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Logo des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport an einem Informationsschalter. dpa / Frank Rumpenhorst

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Die Corona-Krise droht den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport noch länger im Griff zu halten als zuletzt gedacht. Nach dem Geschäftseinbruch und dem ersten Nettoverlust seit fast 20 Jahren sieht Vorstandschef Stefan Schulte zwar "Licht am Ende des Tunnels", wie er bei der Vorlage der Jahresbilanz am Dienstag in Frankfurt sagte. Doch für 2021 rechnet er an Deutschlands größtem Flughafen nur noch mit "unter 20 bis 25 Millionen" Passagieren. Das wäre allenfalls eine leichte Steigerung im Vergleich zu den knapp 19 Millionen im vergangenen Jahr.

Der Rekordwert von über 70 Millionen Passagieren von 2019 bleibt ohnehin weit entfernt. Noch im Herbst hatte Schulte für 2021 ein Passagieraufkommen von 35 bis 45 Prozent des Vorkrisenniveaus für wahrscheinlich erachtet. Mit der neuen Prognose dürften es im Höchstfall 35 Prozent werden.

"Mit dem Fortschreiten der Impfprogramme und den mittlerweile vorhandenen Testmöglichkeiten kann der Luftverkehr spätestens ab dem Sommer wieder anlaufen", sagte Schulte. An den Konzernflughäfen im Ausland soll das Geschäft aber "dynamischer" wachsen als in Frankfurt. An Fraports Heimatstandort schlägt der immense Rückgang von Geschäftsreisen und Langstreckenflügen besonders stark zu Buche.

Aktienkurs gibt nach

Der kräftige Anstieg der Ticketbuchungen nach dem Ende der Reisewarnung für Mallorca vor wenigen Tagen kommt in der Prognose der Fraport-Spitze nicht vor. Mehrere Fluggesellschaften wie die Lufthansa-Tochter Eurowings, die Ferienflieger Condor und Tuifly sowie der irische Anbieter Ryanair haben ihr Flugangebot für die Osterferien deshalb deutlich aufgestockt.

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An der Börse kamen die Nachrichten schlecht an. Die Fraport-Aktie büßte am Vormittag mehr als drei Prozent ein und gehörte damit zu den schwächsten Werten im MDax, dem Index der mittelgroßen Werte. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier noch 3,5 Prozent gewonnen. Allerdings wird es immer noch rund 32 Prozent billiger gehandelt als Anfang 2020, als die Pandemie die Luftfahrt noch nicht ins Mark getroffen hatte.

Vor rund einem Jahr aber brach der Flugverkehr infolge der Pandemie und weltweiter Reisebeschränkungen binnen weniger Wochen ein. Obwohl sich das Geschäft im Sommer ein Stück weit erholte, zählte Fraport im Gesamtjahr nur gut ein Viertel so viele Passagiere wie 2019. Auch an den Auslandsflughäfen des Konzerns etwa in Lima, Ljubljana, Antalya und St. Petersburg brach das Geschäft ein. Die zweite Infektionswelle und weiteren Lockdowns im Herbst stoppten schließlich auch die Erholung im europäischen Passagierverkehr.

55 Prozent Umsatzeinbruch

Im Gesamtjahr verzeichnete Fraport dadurch einen Umsatzeinbruch um 55 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Obwohl der Vorstand die Ausgaben und Investitionen herunterfuhr und Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit schickte, fraßen die Kosten die Erlöse mehr als auf. Zudem leitete Fraport den Abbau von rund 4000 Arbeitsplätzen ein und legte dafür fast 300 Millionen Euro zurück.

Unter dem Strich entfiel auf die Fraport-Aktionäre ein Verlust von knapp 658 Millionen Euro nach einem Gewinn von rund 421 Millionen ein Jahr zuvor. Zuletzt hatte Fraport im Jahr 2002 wegen eines geplatzten Terminalprojekts in Manila rote Zahlen geschrieben.

Auch für das neue Jahr sagt Schulte rote Zahlen voraus - sowohl unter dem Strich als auch vor Zinsen und Steuern (Ebit). Lediglich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll mit 300 bis 450 Millionen Euro positiv ausfallen.

Angesichts der anhaltenden Krise sollen die Aktionäre - allen voran das Land Hessen und die Stadt Frankfurt - nicht nur für 2020, sondern auch für 2021 keine Dividende erhalten.

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