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Kommt jetzt die Flughafen-Konsolidierung? Fraport liebäugelt mit Flughafen München

Fraport-Chef Stefan Schulte hat Interesse an einem Einstieg beim Flughafen München bekundet. Ein gemeinschaftlicher Betrieb brächte deutliche Vorteile. Kommt nach der Airline-Konsolidierung nun die Zeit der Flughafen-Zusammenschlüsse?

Fraport-Chef Stefan Schulte © dpa

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat großes Interesse an einem Engagement beim Flughafen in München. "Natürlich könnte ich mir ein Zusammengehen mit München vorstellen," sagte Fraport-Chef Stefan Schulte der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstagausgabe).

"Wenn die Eigentümer des Flughafens sich morgen zu einem Verkauf entscheiden würden, dann würden wir selbstverständlich den Finger heben," fügte Schulte an. Die finanziellen Mittel seien „kein Problem“. "Es gäbe sicherlich Synergien, wenn wir die Flughäfen in Frankfurt und München gemeinschaftlich betreiben", sagte Schulte. Das Thema sei derzeit aber nicht aktuell sondern eher ein Thema aus "Phantasialand".

Kommt jetzt die Flughafen-Konsolidierung?

"Phantasialand" hin oder her - nach der Konsolidierung der innerdeutschen und europäischen Airlinebranche würde eine engere Zusammenarbeit beider deutschen Hubs sicherlich Sinn machen. Größter Kunde ist sowohl in Frankfurt als auch in München die Lufthansa und seit langem schwelt der Streit um die Gebühren für die Abfertigung am Boden.

Gerade der Lufthansa-Konzern hat nach der Übernahme der Austrian Airlines (Wien) und der Swiss (Zürich) den Alpenraum für sich erschlossen. Zahlreiche weitere Beteiligungen wie Brussels Airlines oder die britische bmi erweitern das Airline-Portfolio.

Ein Zusammengehen der Hubs würde dabei deutliche Vorteile bringen. Um einem möglichen Preispoker seiner Homecarrier entgegenzuwirken, hatten sich bereits Ende 2008 im Zuge des Zusammenschlusses von Air France und KLM die Flughafengesellschaften von Paris und Amsterdam zusammengeschlossen.

Fraport ist bereits vielfach außerhalb Deutschlands engagiert. Das Unternehmen hält die Mehrheit an den Flughäfen im türkischen Antalya, in Perus Hauptstadt Lima sowie an den bulgarischen Flughäfen Varna und Burgas. Außerdem ist Fraport an den Airports in Pulkovo, Delhi, Kairo und Dakar, den arabischen Städten Riad und Dschidda sowie im chinesischen Xi'an aktiv. Eine Minderheitsbeteiligung hält die Gesellschaft auch am Flughafen Hannover-Langenhagen.

Verkehrszahlen ziehen wieder an

Schulte sagte weiter, dass die Talsohle im Flugverkehr aus Fraport-Sicht durchschritten sei. "Die Passagierzahlen werden bei uns 2010 um ein bis zwei Prozent steigen. Wenn das weltweite Wirtschaftswachstum aber stärker ausfällt als derzeit prognostiziert, dann kann das auch zu einem stärkeren Wachstum führen."

Das operative Ergebnis soll 2010 auf 600 Millionen Euro oder mehr steigen. 2009 würde die Planung erreicht. Schulte: "Für 2009 haben wir zuletzt 530 bis 540 Millionen vorausgesagt. Und da wir im Vorfeld immer konservativ rechnen, können Sie davon ausgehen, dass wir zumindest im oberen Bereich dieser Bandbreite liegen."

Link: SZ-Interview im Wortlaut

Von: airliners.de, mit dpa-AFX

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