Fraport schickt Großteil der Mitarbeiter in Kurzarbeit

Deutschlands größtes Drehkreuz in Frankfurt beantragt für knapp 80 Prozent der Belegschaft Kurzarbeit. Fraport-Chef Schulte will damit Kündigungen vorbeugen. Auch andere deutsche Flughäfen haben Kurzarbeit angekündigt.

Mobiler Getränkeservice am Flughafen Frankfurt. © Fraport

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport führt infolge des durch die Corona-Krise nahezu zum Erliegen gekommenen Flugverkehrs ab sofort für einen Großteil der Beschäftigten Kurzarbeit ein. Mindestens 18.000 der rund 22.000 am Frankfurter Flughafen Beschäftigten gehen damit in die Kurzarbeit, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die Maßnahme sei zunächst bis Ende Mai beantragt worden. Eine Verlängerung hänge von der weiteren Entwicklung ab und werde fortlaufend geprüft. An der Börse stand die Aktie zuletzt mit rund zwei Prozent im Plus.

"Die Liquidität der Fraport AG ist nicht gefährdet", sagte Vorstandschef Stefan Schulte. Bei der Bilanzvorlage Mitte März hieß es noch, dass bis zu 10.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt werden sollten. Neueinstellungen sollten zudem gestoppt werden.

"Es ist unser erklärtes Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden

Fraport-Vorstandschef Schulte

Für die betroffenen Beschäftigten will Fraport das Kurzarbeitergeld nun freiwillig und gestaffelt auf 75 bis 95 Prozent des Nettogehalts aufstocken.

Der Flughafen soll zudem offengehalten werden. Das gelte sowohl für die Rückkehrflüge deutscher Urlauber als auch für die wichtigen Frachtverbindungen. In den Terminals sind bereits diverse Bereiche außer Betrieb gegangen. Auch die Flughafengeschäfte sind zum Großteil geschlossen.

Weitere Flughäfen setzen auf Kurzarbeit

Am Donnerstag teilte auch Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler mit, dass der Airport für alle Angestellten Kurzarbeit beantragt habe. Das betreffe neben den Mitarbeitern der Flughafen Hamburg GmbH auch alle Tochtergesellschaften.

Der Flughafen Münster/Osnabrück hat ebenfalls alle Mitarbeiter, sowohl Operative als auch in der Verwaltung Angestellte in Kurzarbeit geschickt. Auch am Bodensee-Airport Friedrichshafen sind mittlerweile die meisten Beschäftigten in Kurzarbeit.

Als erster Flughafen in Deutschland hatte der Flughafen Memmingen am Dienstag für seine rund 160 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt. Die Entscheidung habe man in Absprache mit dem Betriebsrat und dem Aufsichtsrat entschieden, teilte der Airport mit.

Von: dpa-AFX, br

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