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Fraport-Chef Stefan Schulte auf der Hauptversammlung 2018. © Fraport

Fraport-Chef Stefan Schulte hat den Forderungen der Frankfurter Fluglärmkommission die sogenannten Incentive-Programme zu beenden, eine deutliche Absage erteilt. Die Programme sollen Airlines, etwa durch Entgelt-Vergünstigungen, Anreize bieten, neue Strecken von und nach Frankfurt aufzunehmen.

In einem Interview mit "faz.net" bezeichnete Schulte die finanziellen Anreize als "sehr wichtig", damit Frankfurt seine weltweit führende Rolle in puncto Konnektivität behalten könne. Dafür sei auch künftig eine Zunahme der Umsteige-Optionen nötig. Zudem seien die Regelungen transparent, für alle Airlines gleich und auch an anderen Flughäfen üblich.

Nach Ansicht der der Fluglärmkommission haben die seit 2014 bestehenden Anreize für die Fluggesellschaften vor allem dazu geführt, dass der Flugverkehr seitdem stark zugenommen habe. Sowohl bei Passagieren als auch bei Flugbewegungen habe das Wachstum in Frankfurt 2018 bei etwa acht Prozent gelegen. Angesichts der begrenzten Kapazitätsreserven in Frankfurt habe dies eine deutliche Zunahme von Verspätungsflügen nach 22 Uhr und auch nach 23 Uhr bewirkt.

Der Trend zu einer weiteren Zunahme des Flugverkehrs und die eh schon angespannte Verspätungssituation, würden einen unverzüglichen Stopp der künstlichen Generierung weiterer Flüge und Ansiedlungen von Airlines nötig machen. Die Kommission verweist darauf, dass man mit der Forderung auf der Linie bereits in Frankfurt ansässiger Fluggesellschaften sei.

Rabatte können bis zu 50 Prozent betragen

In der Tat war beispielsweise der Frankfurter Platzhirsch Lufthansa lange gegen die Vergünstigungen, da vor allem neu nach Frankfurt fliegende Airlines davon profitierten, insbesondere Ryanair.

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Diese können abhängig von der Destination beträchtlich ausfallen. Besonders neue Langstrecken-Verbindungen werden von den Regelungen begünstigt. Ihre Betreiber erhalten im ersten Jahr einen Rabatt auf die Start- und Lande-Entgelte von 20 Euro pro Passagier, im zweiten Jahr noch 15, im dritten Jahr 10 Euro.

Für eine Boeing 787 mit 250 Passagieren auf einer Langstrecke ab Frankfurt bedeutet dies im ersten Jahr einen Preisnachlass von 5000 Euro pro Flug für die Airlines, was laut Fraport eine Reduktion um nahezu die Hälfte der eigentlich veranschlagten Entgelte bedeute.

Verspätungen sollen für Airlines deutlich teuerer werden

Für eine andere Forderung der Kommission zeigt sich Schulte durchaus offen: Ab dem 1. Januar 2020 sollen die Gebühren für verspätete Starts und Landungen in den Tagesrandlagen und in der sogenannten Mediationsnacht (23 bis 5 Uhr) steigen. Allerdings nicht so stark wie von der Kommission gefordert, die eine Erhöhung von bis zu 500 Prozent für Flüge nach 23 Uhr möchte, um Verspätungen in jedem Fall zu einem Verlustgeschäft für die Airlines zu machen.

Zur Begründung sagte Schulte, dass die höheren Entgelte für Verspätungen ein wichtiges Zeichen an die Anwohner seien. Der Aufschlag werde jedoch geringer ausfallen als gefordert, da das finanzielle Interesse der Fluggesellschaften bereits jetzt sehr hoch sei, Verspätungen zu vermeiden. Außerdem gebe es in Frankfurt schon jetzt die höchsten lärmabhängigen Entgelte in Deutschland, vielleicht sogar in Europa.

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Schulte forderte außerdem die Kabinengewerkschaft Ufo und Lufthansa auf, an den Verhandlungstisch zurück zu kehren, um die vorhandenen Probleme zu lösen. Es könne nicht sein, dass es mitten in der Ferienzeit zu einem Streik komme, unter dem Tausende Fluggäste leiden würden. Der Fraport-Chef bezeichnete einen möglichen Streik, zu dem Ufo derzeit Urabstimmungen durchführt als "reine Erpressung". Er appelliere an die Gewerkschaft verantwortungsvoll zu handeln.

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