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Fraport will bis zu 4000 Arbeitsplätze abbauen

Staatshilfen hält der Betreiber des Flughafen Frankfurts für unnötig, dennoch sollen tausende Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Prognosen für die kommenden Jahre machen sie entbehrlich. Für den Sommer probt der Flughafen derweil neue Abläufe.

Flughafen Frankfurt © Fraport

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport rechnet wegen der Corona-Krise mit dem Abbau tausender Arbeitsplätze. "So hart es auch ist, wir werden etwa 3000 bis 4000 Menschen weniger beschäftigen können", sagte Vorstandschef Stefan Schulte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Dies seien die Perspektiven für die Jahre 2023 und 2024. Die Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite sollten bald beginnen, sagte Schulte. Dabei würden vor allem die Bereiche Bodenabfertigung und Verwaltung im Vordergrund stehen.

Ende vergangenen Jahres hatte Fraport rund 22.500 Mitarbeiter beschäftigt. Schulte hofft, dass sich ein Großteil der Stellenstreichungen so regeln lässt, dass Mitarbeiter in den Ruhestand gehen und nicht ersetzt werden. Andere könnten ihre Arbeitszeit vorübergehend reduzieren.

Vorbereitungen auf Sommerreisebetrieb

Derweil sehen sich Fraport, Lufthansa und Bundespolizei für einen ansteigenden Reisebetrieb in den bevorstehenden Sommerferien auch in Corona-Zeiten gerüstet.

Gesundheit vom Flughafen bis zur Ankunft habe dabei höchste Priorität, betonten die Betreiber des Frankfurter Flughafens. Schon beim Betreten der Flughafenterminals würde daher mit Plakaten, Durchsagen und Bodenmarkierungen auf Maskenpflicht und Abstandsregelungen hingewiesen. Desinfektionsspender stehen in mehreren Bereichen des Flughafens bereit. Elektronisches Einchecken und kontaktlose Gepäckaufgabe, die es schon zuvor gab, sind nun wichtiger denn je.

"Wir sehen, dass die Menschen wieder fliegen wollen", sagte Klaus Froese, CEO des Lufthansa Hub Frankfurt, zur Entwicklung der Buchungsanfragen. In den hessischen Sommerferien werde die Lufthansa gut 100 Ziele alleine ab Frankfurt wieder anfliegen. Dabei werde das Hygienekonzept an Bord immer wieder den aktuellen Empfehlungen angepasst. So gebe es derzeit keine offenen Speisen an Bord, in der Economy-Klasse würden Wasserflaschen verteilt, statt Getränke auszuschenken.

Auch bei den Sicherheitskontrollen wurden die Abläufe so verändert, dass Abstands- und Hygieneregeln berücksichtigt werden, betonte Michael Dewenter, Leitender Polizeidirektor der Bundespolizei am Frankfurter Flughafen. Zum Beispiel dürften Kleinigkeiten wie Schlüssel, Kleingeld und dergleichen nicht in eine Wanne gelegt werden, sondern müssten vor der Kontrolle in Jacken oder Handgepäck verstaut werden.

Von: dk mit dpa

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