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Frankfurter Wisag-Mitarbeiter klagen gegen ihre Entlassung

Wisag-Beschäftigte am Frankfurter Flughafen haben symbolisch Klageschriften gegen ihre Entlassungen beim Frankfurter Arbeitsgericht eingereicht. Zuvor hatte Bodendienstleister Wisag rund 230 Mitarbeitern wegen Corona betriebsbedingt gekündigt.

Fluggastbrücken am Airport Tegel. © dpa - Bildfunk / Paul Zinken

Die Gewerkschaft Verdi hat eine Klagewelle gegen die ersten Entlassungen am Frankfurter Flughafen in der Corona-Krise angekündigt. Er rechne damit, dass fast sämtliche Betroffene gegen die Kündigungen des Dienstleisters Wisag klagen werden, sagte der Verdi-Fachbereichsleiter Verkehr, Mathias Venema. Beim Frankfurter Arbeitsgericht hatten Wisag-Beschäftigte symbolisch ihre Klageschriften eingereicht.

Wisag hatte kurz vor Weihnachten circa 225 ihrer 850 Beschäftigten betriebsbedingt gekündigt, ohne die weiter bis zum Jahresende 2021 mögliche Kurzarbeit anzustreben.

Eine Unternehmenssprecherin bestätigte diesen Schritt bereits Anfang Dezember gegenüber airliners.de. Grund seien die massiv gestrichenen Flugverbindungen, die zu einem stark verminderten Bedarf an Bodendienstleistungen aller Art geführt haben. Betroffen sind rund 200 Mitarbeiter bei den Töchtern Ground Service Frankfurt und Passage Service Frankfurt sowie rund 30 Busfahrer.

Von den Vorfeld-Busfahrern hatte sich der Dienstleister schon zum Oktober getrennt. Konkret handelt sich dabei um die Sky City Bus GmbH, die auch im Umfeld des Flughafens im öffentlichen Nahverkehr tätig ist. Wisag erklärt, dass man dadurch den Mitarbeitern die Möglichkeit geben wollte, auch während der Corona-Krise einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Jedoch hätten viele Busfahrer dem Betriebsübergang widersprochen. In der Folge hat Wisag den Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt. Sie bekommen nun auch keine Abfindung.

Sozialplan kam nicht zustande

Es sei völlig unverständlich, dass das Unternehmen die Zeit nicht nutze, um nach sozialverträglichen Lösungen zu suchen, sagte nun Verdi-Funktionär Venema. Auch ein Sozialtarifvertrag sei nicht zustande gekommen.

Wisag teilte im Dezember gegenüber airliners.de mit, dass man den betroffenen Mitarbeitern einen umfangreichen Sozialplan angeboten habe. "Neben Abfindungszahlungen sollte eine Transfergesellschaft den Mitarbeitern die Möglichkeit eröffnen, in neue Arbeitsverhältnisse zu wechseln". Der Betriebsrat habe den Vorschlag aus den Augen des Wisag-Managements dann aber "überraschend" abgelehnt und die Verhandlungen damit scheitern lassen.

Von: br mit dpa

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