Frankfurter Flughafen baut satellitengestütztes Anflugsystem

Eine satellitengestützten Anflughilfe wird jetzt am Frankfurter Flughafen installiert. Der Präzisionsanflug soll mit dem "Ground Based Augmentation System" ab dem kommenden Jahr leiser werden.

Stefan Naerlich, DFS, Leiter Navigationsdienste (links) und Dr. Pierre Dominique Prümm, Leiter Flugbetriebs- und Terminalmanagement Fraport AG, beim ersten Spatenstich für GBAS am Flughafen Frankfurt © Fraport
GBAS-Anlage © DFS
GBAS-Anlage am Flughafen Bremen © DFS
DLR-Mitarbeiter an einer GBAS-Station. © dpa

Am Frankfurter Flughafen haben die Bauarbeiten zur Errichtung eines satellitengestützten Anflugsystems begonnen. Die Präzisionsanflughilfe «Ground Based Augmentation System» (GBAS) soll Flugzeugen in Zukunft ermöglichen, mit Hilfe von GPS-Signalen Deutschlands größten Airport deutlich präziser anzusteuern. Anfang Mai hatten Fraport-Chef Stefan Schulte und Klaus-Dieter Scheurle, Geschäftsführer der Deutschen Flugsicherung (DFS), einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Ab 2014 soll Frankfurt als erstes internationales Luftverkehrsdrehkreuz in Europa mit dem System angeflogen werden, wie der Flughafenbetreiber Fraport am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die Kosten für den Aufbau der Bodenstation bezifferte das Unternehmen mit fünf Millionen Euro.

Die bisherige Satellitennavigation auf Basis des amerikanischen Global Positioning System (GPS) erreicht derzeit eine Genauigkeit von etwa plus/minus zehn Metern. Diese reicht für eine Präzisionslandung bei schlechten Sichtverhältnissen nicht aus, kann aber mit Hilfe einer GBAS-Bodenstation erreicht werden. Die Satelliten-Signale werden von der GBAS-Anlage empfangen, mit der eigenen Position verglichen und als korrigiertes Signal zusammen mit den Anflugkoordinaten an die landenden Flugzeuge gesendet.

GBAS-System am Flughafen Bremen bereits im Betrieb

Bereits im vergangenen Jahr war ein GBAS-System für den Liniendienst am Flughafen Bremen in Betrieb genommen worden. Das DLR testet GBAS seit 2009 mit Versuchen am Forschungsflughafen Braunschweig. Dazu hatte Air Berlin bereits 2008 eine erste Maschine für Tests mit einem GBAS-System zugelassen.

Gegenüber dem Instrumentenlandesystem (ILS), das ankommende Maschinen auf einer geraden Linie zur Landebahn führt, hat GBAS neben technischen auch wirtschaftliche Vorteile: Anstelle von mehreren Bodenstationen ist künftig nur noch eine für alle Bahnen nötig. Und während beim momentanen Anflugverfahren die Flugzeuge gerade auf die Landebahn zusteuern, sollen nach Angaben des Flughafens zukünftig auch segmentierte und gekurvte Anflüge möglich sein.

Langfristig soll das neue System auch dazu beitragen, dass die Lärmbelastung rund um den Flughafen sinkt. Denn die Flugzeuge können mit ihm in einem Winkel von 3,2 Grad - statt derzeit 3,0 Grad - die Landebahnen ansteuern. Das ist bislang ausschließlich auf der knapp zwei Jahre alten Landebahn Nordwest möglich und wurde ausschließlich bei gutem Wetter praktiziert. Ein Problem von GBAS: Lediglich der große Airbus A380 und die Boeing 747-8 sind bisher technisch in der Lage, das System zu nutzen.

Von: dpa, airliners.de

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