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Fraport-Chef Stefan Schulte © dpa / Arne Dedert

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hält trotz der aktuell geringen Nachfrage am Bau seines dritten Passagier-Terminals fest. Bei der Online-Hauptversammlung des MDax-Konzerns zeigte sich Vorstandschef Stefan Schulte überzeugt, dass nach einer Erholungsphase wieder ein langfristiges Wachstum im Luftverkehr zu erwarten sei. Ein neues Terminal baue man für die kommenden Jahrzehnte, nicht für die nächsten Jahre.

Ein derartiges Großprojekt wegen der Corona-Krise vorübergehend "auf Eis" zu legen und später wieder hochzufahren, sei aus technischer und wirtschaftlicher Sicht grob fahrlässig, sagte Schulte. Ein Baustopp würde enorme zusätzliche Kosten verursachen und erhebliche technische und bauliche Risiken nach sich ziehen. Von dem 4 Milliarden Euro umfassenden Budget ist bereits rund 1 Milliarde Euro abgeflossen. Schulte bezifferte die unvermeidbaren Gesamtkosten bei einem sofortigen Baustopp auf 2,5 Milliarden Euro für Gebäude und Einrichtungen, die anderweitig nicht nutzbar seien.

Kapazität für 21 Millionen Passagiere mehr

Im vergangenen Jahr hatte der größte deutsche Flughafen erstmals mehr als 70 Millionen Passagiere gezählt - ein Wert, den das Management mindestens bis einschließlich 2023 nicht mehr erwartet. Mit dem dritten Terminal soll die Kapazität um weitere 21 Millionen Passagiere steigen. Laut Plan soll der erste Abschnitt im Herbst 2021 fertig sein, der Rest wird nach ersten coronabedingten Bauverzögerungen im Laufe des Jahres 2024 erwartet.

Noch im Jahr 2023 könnten die Passagierzahlen nach Schultes Einschätzung 15 bis 20 Prozent unter dem Wert von 2019 liegen. Von diesem neuen Normalniveau erwarte er dann wieder jährliche Steigerungen von 2 bis 3 Prozent. Zusätzliche Abfertigungskapazität könne man dann gut gebrauchen. Schon in den vergangenen Jahren seien die beiden vorhandenen Terminals überlastet gewesen.

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Fraport will weiterhin eng mit dem Hauptkunden Lufthansa zusammenarbeiten, der in Frankfurt sein größtes Drehkreuz unterhält. Schulte sprach sich gegen mögliche Pläne der EU aus, der Lufthansa wegen der geplanten deutschen Staatshilfe Start- und Landerechte zu entziehen. Die Lufthansa müsse als Netzwerkanbieter in Frankfurt ihren Marktanteil halten und ausbauen dürfen. Schulte kündigte die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens FRA-Alliance mit der Lufthansa für die kommenden Wochen an.

Aktionäre verzichten auf Dividende für 2019

In der Krise wächst die Schuldenlast für das mehrheitlich vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt kontrollierte Unternehmen. Im laufenden Jahr steige die Nettoverschuldung voraussichtlich um 500 Millionen auf 5,5 Milliarden Euro, berichtete der Vorstand. Trotz eines monatlichen Mittelabflusses von derzeit 150 Millionen Euro im Monat könne man deutlich über ein Jahr ohne Hilfen überstehen, sagte Schulte. Er rechne ab dem Sommer mit wieder steigenden Einnahmen.

Die Aktionäre stimmten zu, auf ihre Dividende für 2019 trotz eines Jahresgewinns von 454,3 Millionen Euro zugunsten von Rücklagen zu verzichten. Auch im laufenden Jahr seien weder Gewinne noch Dividenden zu erwarten, stimmte Schulte die Eigentümer auf eine längere Durststrecke ein. Unter dem Strich rechnet er 2020 sogar mit einem deutlichen Verlust.

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Der Vorstandschef kündigte erneut an, dass man bei einem dauerhaft kleineren Geschäft auch die Personalressourcen abbauen müsse. Dazu stünden aber noch Gespräche mit den Gewerkschaften und Interessenvertretern aus. Zunächst wolle man die Möglichkeiten der Kurzarbeit weiter nutzen, die bereits für 18.000 der rund 22.000 Fraport-Beschäftigten gilt.

Klimaproteste rund um Hauptversammlung

Die Hauptversammlung wurde letztmalig von dem CDU-Politiker und früheren hessischen Finanzminister Karlheinz Weimar geleitet. An seiner Stelle wurde anschließend der aktuelle hessische Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) in den Aufsichtsrat gewählt, der das Gremium künftig auch leiten soll.

Die Hauptversammlung wurde erneut von Protesten begleitet. Mit einer Mahnwache an der Frankfurter Paulskirche und einer Fahrrad-Demonstration setzten sich Bürgerinitiativen und das Bündnis "Fridays for Future" gegen den Ausbau des Flughafens ein. "So wie es war, darf es nicht wieder werden", forderte Initiativen-Sprecher Thomas Scheffler. Die Gegner verlangen einen Baustopp für das dritte Terminal, den Rückbau der Nordwest-Landebahn, ein auf acht Stunden ausgeweitetes Nachtflugverbot sowie eine Deckelung der Flugbewegungen auf 380 000 im Jahr.

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