Interairport Europe Frankfurt bekommt seinen ersten elektrischen Cobus

Noch steht er auf dem Münchener Messegelände, der erste e.Cobus des Wiesbadener Flughafenbusspezialisten. Doch bald soll das erste Fahrzeug an den Flughafen Frankfurt am Main ausgeliefert werden.

... ist für den Flughafen Frankfurt am Main gedacht. © airliners.de / Andreas Sebayang
Dieser e.Cobus 2700S ... © airliners.de / Andreas Sebayang

Außenpositionen werden in Zukunft mit elektrischen Bussen angefahren. Der Flughafen Frankfurt am Main hat bei Cobus Elektrobusse bestellt, die statt Dieselbussen auf dem Flughafen verkehren sollen. Der erste Bus wurde vor der Auslieferung schon auf der Münchener Interairport Europe ausgestellt. Es handelt sich hierbei um einen typischen, aber etwas kleineren Flughafenbus mit drei Doppeltüren je Seite, 2,7 Metern Breite und 12 Metern länge. Das besondere ist allerdings der elektrische Antrieb, wenngleich Frankfurt am Main nicht der erste Flughafen mit den e.Cobus genannten Fahrzeugen ist. Schon 2015 wurde das erste Fahrzeug laut Cobus ausgeliefert. Zudem haben Stuttgart und Genf schon länger größere Flotten. In Frankfurt wird die Flotte hingegen erst noch aufgebaut.

Die Reichweite ist für Flughäfen nicht besonders relevant, zumal auf einem Flughafen oft Standzeiten einzuplanen sind. Wichtiger ist die Einsatzzeit, die der Wiesbadener Bushersteller mit 8 Stunden angibt. Die Fahrzeuge werden über Nacht geladen, können aber bei Bedarf über Schnelllader auch zwischen Einsätzen geladen werden. Der Flughafen Frankfurt hat sich zudem für eine elektrische Klimatisierung entschieden. Damit diese nicht zu sehr den Akku belastet, werden die Fahrzeuge vor den Einsätzen an den Ladestationen bereits aufgewärmt oder abgekühlt. Andere Varianten des e.Cobus nutzen teilweise ein Dieselaggregat für diese Aufgaben.

Cobus-Akkus müssen nur einmal getauscht werden

Noch relativ selten bei Elektrobussen allgemein ist die verwendete Akkutechnik. Cobus setzt hauptsächlich auf Lithium-Titanat oder LTO-Akkus. Im Falle von Frankfurt haben diese eine Kapazität von 99 Kilowattstunden. Im Unterschied zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus sind LTO-Akkus beständiger. 10 bis 15 Jahre werden von LTO-Akkupack-Herstellern typischerweise angegeben. Sie werden deswegen auch in anderen Bereichen, wie etwa der Eisenbahn eingesetzt. Es fehlen allerdings noch echte Langzeiterfahrungen mit der jungen Technik. Derzeit wird die Zeit nur über ein Labor bestimmt. Im Falle des e.Cobus bedeutet das, dass während einer Einsatzdauer von 25 Jahren der Akku voraussichtlich nur einmal getauscht werden muss. Zudem soll die Kombination aus E-Motor und Akku die Wartungskosten reduzieren.

Cobus selbst gab auf der Interairport an, dass die Zukunft für Bodenfahrzeuge auf dem Vorfeld elektrisch sein wird. In etwa zehn Jahren werden wohl keine Dieselbusse mehr von Cobus verkauft. Derzeit ist die Liste der Städte mit geplanten oder schon eingesetzten E-Bussen von Cobus aber noch recht kurz. Neben den bereits genannten Städten Genf und Stuttgart werden derzeit in Europa noch Salzburg, Mailand (MXP) und Düsseldorf genannt.

In Zukunft wird aber auch über den Einsatz von Wasserstoff nachgedacht. Das wird allerdings noch einige Jahre dauern. Wasserstoff hat den Vorteil einer schnellen Betankung. Allerdings braucht es dafür eine aufwerndigere Infrastruktur inklusive Tanks und Anlieferung des Wasserstoffs. In Frankfurt würde sich das durchaus anbieten, da dort eine Fabrik Wasserstoff als Abfallprodukt zur Verfügung stellt, der bald für Regionalbahnen weiterverwendet wird.

© airliners.de, Andreas Sebayang Lesen Sie auch: Thyssenkrupp demonstriert Remote-Control-Fluggastbrücke Interairport Europe

Von: as

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