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Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG. © dpa / Boris Roessler

Fraport-Chef und ADV-Präsident Stefan Schulte hat auf die Idee von Lufthansa-Chef Carsten Spohr zur Reduzierung der stündlichen Starts und Landungen an deutschen Flughäfen reagiert. Grundsätzlich sei es "kein Ausweg aus dem von Reisenden viel beklagten Flugchaos des Sommers, weniger Flugzeuge landen zu lassen", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Aktuell dürfen 104 Flugzeuge pro Stunde in Frankfurt starten und landen.

Allerdings wolle Frankfurt die bislang gültigen Eckwerte im kommenden Jahr nicht erhöhen - und auch nicht absenken. Es sei laut Schulte "nie sinnvoll, nur punktuell anzusetzen, wenn es ein generelles Problem in ganz Europa gibt".

Eine Eckwertereduzierung wäre in Frankfurt nicht die richtige Antwort auf die Erfahrungen dieses Jahres.

Stefan Schulte, Fraport-Chef und ADV-Präsident

Kranich-Manager Spohr hatte Ende August gesagt, dass ein Weg zur Lösung der aktuellen massiven Probleme im Luftverkehr sein könne, dass man "die Anzahl der Starts und Landungen an überlasteten Flughäfen verringert oder zumindest nicht weiter steigert". Lufthansa ist mit über 60 Prozent Marktanteil größte Kundin in Frankfurt.

Eckwerte sollen 2021 angehoben werden

Schulte erläuterte, langfristig strebe Frankfurt eine Erhöhung der Eckwerte an - konkret zum Sommer 2021, wenn das Terminal 3 in Betrieb geht. "Nach unserem aktuellen Plan werden wir eine Anhebung des Koordinierungseckwerts nach dem Bau des Flugsteigs G beantragen." Flugsteig G ist vor allem für Billigflieger vorgesehen.

Für weitere Schritte gegen eine Wiederholung des Flugchaos fordert Schulte die Zusammenarbeit der gesamten Branche. Vor einem Luftfahrtgipfel mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Anfang Oktober hofft er, dass die Phase der wechselseitigen Schuldzuweisungen zu Ende ist. "Wir sehen, dass einiges in der Luftfahrt nicht effizient genug organisiert ist." Sowohl gegen Engpässe in der Luft als auch für die Neuorganisation von Kontrollen, bei denen die Flughäfen mehr Verantwortung übernehmen wollen, sei auch die politische Mithilfe nötig.

© airliners.de, David Haße Lesen Sie auch: "Große Airports wollen Verantwortung übernehmen" Interview mit ADV-Präsident Schulte

"Das Thema Passagierkontrollen haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder angesprochen. Schon vor zehn Jahren haben wir darauf hingewiesen, dass in London die Sicherheitskontrollen effizienter organisiert sind als in Deutschland. Positiv lässt sich vermerken, dass jetzt Bewegung in das Thema gekommen ist", sagt Schulte. Und es seien auch vermeintliche Kleinigkeiten, die Verspätungen verursachen. So müsse das Boarding vor einem Flug reibungsloser organisiert werden. "Es ist zu diskutieren, ob ein Koffer von einem nicht eingestiegenen Passagier wieder ausgeladen werden muss. Denn das kostet Zeit, obwohl der Koffer eine bis zu vierstufige Sicherheitskontrolle durchlaufen hat."

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