airliners.de Logo

Frachtumschlag im Juli zum Teil deutlich über Vorjahreswerten

Anders als bei den Passagierzahlen konnten einige Flughäfen im Juli sogar mehr Fracht abfertigen als im Vorjahresmonat. Transportiert wird in der Corona-Pandemie zum Beispiel viel Schutzkleidung. Ein Überblick.

Eine Boeing 747 wird am Flughafen Hahn mit Fracht beladen. © dpa / Thomas Frey

Während der Corona-Krise haben im Juli einige Flughäfen in Deutschland mehr Fracht verbucht als im Vorjahresmonat. Wachstums-Spitzenreiter ist der Hunsrück-Flughafen Hahn. So stieg der Frachtumschlag verglichen mit dem Vorjahr um 34,1 Prozent auf rund 17.400 Tonnen, wie aus der jüngsten Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hervorgeht.

Insgesamt sei an den deutschen Verkehrsflugzeugen das Cargo-Aufkommen im Juli um 7,4 Prozent zurückgegangen, so der Verband. Die Aus­la­dun­gen gingen dabei im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf rund 184.000 Tonnen zurück. Die Ein­la­dun­gen fielen um 9,5 Prozent auf knapp 192.000 Tonnen.

Transportiert wurde in der Corona-Pandemie nach Angaben des Airports Hahn zum Beispiel viel Schutzkleidung. Überproportionalen Frachtzuwachs im Juli verbuchte auch auch Leipzig/Halle - das zweitgrößte deutsche Frachtdrehkreuz nach Frankfurt Main. Knapp 18 Prozent mehr war es am großen DHL-Drehkreuz. Insgesamt wurden in Schkeuditz fast 123.000 Tonnen Fracht umgeschlagen.

Ein deutliches Plus verzeichnete neben Hahn und Leipzig auch der Flughafen Hannover (plus 32,4 Prozent) mit knapp 2200 Tonnen jedoch auf einem sehr niedrigem Niveau. Auch am drittgrößten Cargo-Standort Deutschlands in Köln/Bonn verzeichnete man im Juli ein erhöhtes Frachtaufkommen - knapp sechs Prozent stieg der Frachtumschlag im Vergleich zum Vorjahresmonat an. Köln/Bonn kommt damit im Juli auf 76.000 Tonnen.

Bei zahlreichen anderen deutschen Airports gab es dagegen eine rückläufige Entwicklung. So unter anderem auch am größten deutschen Frachtflughafen in Frankfurt/Main. Am Airport wurde im Juli rund 15,5 Prozent weniger Fracht abgewickelt als noch vor einem Jahr. In den wöchentlichen Corona-Statistiken des Flughafenbetreibers Fraport zeigt sich, dass der Frachtumschlag im Vergleich zum Passagierbetrieb während der Pandemie weit weniger leidet:

Wöchentliche Frachtzahlen am Flughafen Frankfurt
Kalenderwoche Luftfracht (Tonnen) Vorjahr
KW12 36591 45969
KW13 33147 45720
KW14 32904 43872
KW15 32027 44544
KW16 29794 41670
KW17 33694 38684
KW18 35877 38997
KW19 34795 41226
KW20 37260 43528
KW21 36345 44001
KW22 33996 40665
KW23 34616 39697
KW24 34043 38818
KW25 33889 40732
KW26 34591 42082
KW27 34155 42587
KW28 33785 40558
KW29 32669 40282
KW30 33272 40775
KW31 33193 39422
KW32 34490 38753
KW33 32588 36616
KW34 33905 38660

Die Wöchentlichen Zahlen für Cargo (Fracht und Post) am Flughafen Frankfurt sowie die Vergleichszahlen aus dem Vorjahr der Corona-Krise.Quelle: Fraport

Im Juli lag das Ver­kehrs­auf­kom­men an den deut­schen Flug­hä­fen insgesamt im Bereich der Passagierabfertigung weiterhin deutlich unter den Normalwerten. Knapp 4,9 Millionen Pas­sa­giere nutz­ten laut ADV die deut­schen Flug­hä­fen – das sind rund 80 Prozent weni­ger als im Vor­jahr.

© dpa, Lesen Sie auch: Corona hilft der Luftfracht nicht - im Gegenteil Analyse

Von: dpa, br

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Luftfracht Flughäfen ADV Statistik Verkehrszahlen Verkehr