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Frachtflüge sollen Tui durchs Corona-Tal helfen

Auch Tui setzt als zusätzliche Einnahmequelle auf das Geschäft mit Frachtflügen. Dazu stellt der Touristiker zwei Boeing 787-9 ab. Umbauten der Maschinen werden nicht nötig.

Tui-Dreamliner am Flughafen Stuttgart. © Flughafen Stuttgart

In Stuttgart starten in diesen Tagen mehrfach "Dreamliner" von Reiseveranstalter Tui. Die Maschinen fliegen aber keine Touristen in die Karibik, sondern führen Frachtflüge durch. Das bestätigte ein Tuifly-Sprecher auf Anfrage von airliners.de und erklärt, dass Tui "bereits seit einigen Wochen" Frachtflüge durchführen würde.

Tuifly koordiniert die Frachtflüge jedoch nicht selbst, sondern über einen Broker. Das Frachtgeschäft ist extrem kurzfristig, so der Sprecher weiter. Tui hat in der Vergangenheit Flüge nach Amerika, Mexiko und Argentinien absolviert. Neben Stuttgart starteten die größten Dreamliner der Flotte auch schon ab Frankfurt. Zudem fliegt man auch aus anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel Belgien und den Niederlanden.

Derzeit setzt der Konzern für das Cargogeschäft zwei Boeing 787-9 ein. Die Maschinen werden dafür jedoch nicht baulich verändert. Anders als bei Konkurrentin Condor, die bei einigen Maschinen die Sitze ausgebaut hatte, bleibt bei Tui die Bestuhlung unberührt. Genutzt würden ausschließlich die Belly-Fracht Kapazitäten. Diese reichten aus, da keine Passagierkoffer Platz in Anspruch nehmen würden. Boeing gibt an, dass die 787-9 ein Frachtvolumen von 36 LD3 Containern aufweist.

Corona beschert Milliardenverlust

Vergangenen Donnerstag hat Tui seine Geschäftszahlen vorgelegt. Die Corona-Krise hat den weltgrößten Reiseanbieter Tui im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gedrückt. Am Ende stand ein Verlust von mehr als 3,1 Milliarden Euro, nachdem 2018/2019 noch etwa 416 Millionen Euro an Gewinn erwirtschaftet werden konnten. Der Umsatz des mit staatlichen Krediten und Kapitalhilfen gestützten Unternehmens brach von 18,9 Milliarden auf 7,9 Milliarden Euro ein.

Staats- und Kapitalhilfen sollen die Tui-Gruppe vor dem finanziellen Kollaps bewahren - ähnlich wie bei der Lufthansa oder beim Wettbewerber FTI. Die Höhe der aktuell verfügbaren Mittel gab Tui mit 2,5 Milliarden Euro an - Joussen nimmt an, dass das Geld über die Krise hinweg ausreicht. Bis Ende September hatte sich das Unternehmen bereits über drei Milliarden Euro an finanzieller Unterstützung gesichert.

Von: br

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