Luftfracht & Logistik Erster Fracht-A321, Coronavirus-Probleme, Versandhandel-Boom

Das monatliche airliners.de-Luftfracht-Briefing. Dieses Mal unter anderem mit der ersten "Passenger-2-Freighter" Umrüstung eines Airbus A321, Logistik-Problemen in China und dem weiteren Deutschland-Ausbau von Amazon & Co.

Erstflug des A321-P2F in Singapur. © Airbus

Jour fixe auf airliners.de: Immer freitags präsentieren wir im wöchentlichen Wechsel ein Monats-Briefing zu den Themen Flughafenmanagement, Flugsicherung, Air Cargo sowie die Verkehrszahlen des Monates. Diese Woche: Luftfracht. Alle aktuellen Themen-Briefings finden Sie immer auf unserer Übersichtsseite.

Luftfracht

Der erste umgebaute Passenger-2-Freighter (P2F) Airbus A321 hat Ende Januar seinen Erstflug in Singapur absolviert. Das teilte der luxemburgische Komponentenhersteller Vallair jetzt mit. Fliegen wird die Maschine künftig für Qantas, die Airline hat 50 der umgebauten Frachter für einen Auftrag der australischen Post bestellt. Vallair ist Partner der Elbe-Flugzeugwerke in Dresden und deren Mutter ST Aerospace in Singapur.

Der Umbau vom Passagierflugzeug zum A321-P2F. Foto: © EFW

Laut dem internationalen Luftverkehrsverband Iata ist die globale Nachfrage im Luftfrachtbereich im vergangenen Jahr gegenüber 2018 um 3,3 Prozent gesunken. Gleichzeitig ist Kapazität um 2,1 Prozent gestiegen. Damit war 2019 das erste Jahr mit einem insgesamt rückläufigen Frachtvolumen und mit dem größten Nachfrageeinbruch seit dem Jahr der globalen Finanzkrise 2009. Damals betrug das Nachfrageminus 9,7 Prozent.

Jahresbilanz der großen deutschen Frachtdrehkreuze: Frankfurt bleibt trotz Verlusten der größte Cargo-Airport, auch Köln/Bonn und der Flughafen Hahn verlieren – einzig in Leipzig/Halle steigen die Frachtzahlen. Weiterlesen

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Amazon erweitert seine Kapazitäten am Flughafen Leipzig-Halle. Dazu soll im Südteil des Geländes neben dem bestehenden "World Cargo Center" eine rund 20.000 Quadratmeter große Frachthalle entstehen. Laut Airport-Meldung sollen die vorbereitenden Erdarbeiten in den kommenden Tagen beginnen.

Der Flughafen Leipzig-Halle hat zudem die CEIV-Pharma-Zertifizierung erhalten. Laut Mitteilung ist der Flughafen damit in der Lage, rund um die Uhr zeitkritische und temperaturempfindliche Pharmasendungen abzufertigen. Nach einem einjährigen Prozess zertifizierte der Airline-Dachverband Iata die PortGround, eine Abfertigungstochter des Airports.

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UPS hat mit der Erweiterung seines Verteilzentrums in Langenhagen begonnen. 160 Millionen Euro sollen in das Projekt nahe des Flughafens Hannover fließen. Ziel ist, bis Ende 2023 die Kapazität zu verdoppeln. Am Ausbau hängen den Angaben nach bis zu 500 zusätzliche Jobs.

Das Frachtunternehmen Kerry Logistics Germany hat bekanntgegeben, rund 200 Quadratmeter Bürofläche im Munich Airport Business Park (MABP) zu mieten. Hinter dem MABP stehen die Gemeinde Hallbergmoos, die Flughafen München GmbH und zahlreichen Investoren, die sich gemeinsam zu einer Standortinitiative zusammengeschlossen haben.

Logistik-Problem Coronavirus

Chinas Maßnahmen im Kampf gegen die Lungenkrankheit Sars-CoV-2 führt zu immer größeren Problemen in der Weltwirtschaft. Das betrifft auch die Luftfahrtbranche. Ein Ende ist nicht in Sicht, obwohl die WHO von meist milden Krankheitsverläufen spricht. Weiterlesen

Die Deutsche Post nimmt keine Pakete mehr nach China, Hongkong und Macao an. Grund sind die durch den Coronavirus-Ausbruch ausgelösten Probleme vor Ort. Sowohl Transport, Verzollung als auch Zustellung sind derzeit problematisch, schreibt das "Manager Magazin".

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Viele Passagier-Airlines haben ihre Flüge nach China derzeit ausgesetzt. Lufthansa Cargo fliegt weiter zwischen Europa und China. Im Interview mit der "Wirtschaftswoche" skizziert Lufthansa-Cargo-Chef Peter Gerber die Auswirkungen vom Corona-Virus auf die Branche und warum seine Airline an den Flügen festhält.

Die Folgen des Coronavirus belasten die Lufthansa Group dennoch deutlich. Das berichtet "Reuters". Insgesamt 13 Langstreckenflugzeuge seien derzeit am Boden. Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines haben sämtliche Flüge nach Festland-China bis Beginn des Sommerflugplans Ende März gestrichen.

Die chinesische HNA-Group droht, am Coronavirus zu zerbrechen. Jetzt soll der Mischkonzern verstaatlicht werden. Zur hochverschuldeten Unternehmensgruppe gehören neben Passagier- und Frachtairlines auch zahlreiche Luftfahrtbeteiligungen in Europa, unter anderem der Flughafen Hahn. Weiterlesen

Von: airliners.de

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