FRA: Nachtflugverbot in Kraft getreten

Ohne Schwierigkeiten im technischen Ablauf hat der Frankfurter Flughafen die erste Nacht mit einem kompletten Flugverbot bewältigt. Die Nachtruhe zwischen 23.00 und 05.00 Uhr sei eingehalten worden, berichtete die Betreibergesellschaft Fraport am Montag.

Flugzeug in der Dunkelheit © dpa / Bodo Marks

In der Nacht zum Montag sind wegen des vorläufigen Nachtflugverbots erstmals keine Flugzeuge an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main gestartet und gelandet. Die letzte Maschine hob am Sonntagabend um 22.58 Uhr ab, wie ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport auf dapd-Anfrage sagte. Die letzte Landung erfolgte um 23.02 Uhr. Die ersten Flugzeuge starteten und landeten am Montag um 5.01 Uhr.

«Wir haben die Umstellung operativ gut hinbekommen», erklärte ein Sprecher der Lufthansa Cargo, die bislang die meisten Nachtflüge am größten deutschen Flughafen durchgeführt hatte. Bei den Mitarbeitern sei aber die Sorge um die Arbeitsplätze groß, obwohl es sich zunächst um eine vorläufige Regelung handele.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte mit dem Vollbetrieb der neuen Landebahn Nordwest die vorgesehenen 17 Starts und Landungen zwischen 23.00 und 5.00 Uhr vorläufig untersagt. Allerdings gibt es einige Ausnahmen. Zwischen 23.00 Uhr und Mitternacht dürfen lärmarme Maschinen landen, wenn sie außerplanmäßig verspätet sind. Zudem sind laut Wirtschaftsministerium in dem Zeitraum vereinzelt Starts möglich, beispielsweise bei Unwetter, einer Bombendrohung oder Stromausfällen am Flughafen.

Das Verbot gilt bis zu einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. Die mündliche Verhandlung dazu steht im März 2012 auf der Tagesordnung.

Lufthansa hatte die Entscheidung des Kasseler Gerichts kritisiert. Das Nachtflugverbot zwang das Unternehmen dazu, seinen Winterflugplan zu überarbeiten. Nachtflüge müssen auf den Tag verschoben, andere Flüge gestrichen werden. Zwei bis drei Flüge nach China sollten komplett aus dem Angebot genommen worden.

Von: dpa, dapd

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