Studie: Passagierjets sollten in der Luft betankt werden

Es wäre technisch machbar und wirtschaftlich sinnvoll: Das Betanken von zivilen Passagiermaschinen in der Luft, ähnlich wie beim Militär. Zu diesem Ergebnis sind Forscher aus Zürich gekommen.

Wissenschaftler haben jetzt untersucht, ob eine Betankung in der Luft auch in der zivilen Luftfahrt technisch machbar und lohnenswert ist. © National Aerospace Laboratory Amsterdam

Nach dem Start des Langstreckenfluges erstmal zur Tankstelle in luftiger Höhe: Dieses Szenario haben europäische Wissenschaftler in einer neuen Studie entworfen. Würden Passagiermaschinen in der Luft von Tankflugzeugen mit Kerosin befüllt, wären sie beim Abheben viel leichter und könnten somit Kraftstoff sparen, heißt es in der vorgestellten Untersuchung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Bei einem typischen Langstreckenflug mit 250 Passagieren könne so der Treibstoffverbrauch um elf bis 23 Prozent gesenkt werden.

Die Wissenschaftler aus Zürich und von neun europäischen Forschungsinstituten hatten drei Jahre lang überprüft, ob eine Betankung in der Luft - ähnlich wie bei Militärfliegern - auch in der zivilen Luftfahrt technisch machbar und lohnenswert ist. Den Ergebnissen zufolge könnten die Flugzeuge mit weniger Treibstoff an Bord starten und nach Erreichen einer Höhe von 10.000 Metern nachgetankt werden.

Aufgetankt werden soll weit weg von bewohntem Gebiet

Die Tankflieger könnten mit ihrer Ladung jeweils drei bis fünf Passagiermaschinen versorgen - möglichst weit entfernt von bewohntem Gebiet am Boden. Die technische Umsetzung wurde demnach in Simulationen nachgewiesen. Laut den Forschern würde ein System zur Luftbetankung auch die Lärmbelastung in der Nähe von Flughäfen reduzieren, da schwerere Flugzeuge beim Start mehr Krach verursachten. Außerdem würden damit Non-Stop-Flüge über weitere Distanzen als bislang ermöglicht, etwa von Zürich nach Sydney.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde noch ein zweites Szenario entworfen. Es sieht eine Art Bahn-System am Himmel vor, bei dem riesige Flugzeuge ständig die Erde umkreisen, während kleinere Maschinen für den An- und Abtransport von Passagieren, Gepäck und Abfällen zuständig wären. Allerdings sei für dieses Konzept derzeit weder die Flugtauglichkeit noch die Akzeptanz in der Öffentlichkeit absehbar, räumten die Wissenschaftler ein.

Von: AFP

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