Flugzeugkabinen werden zunehmend mit USB Typ A und C ausgestattet

Fluggesellschaften wollen USB Typ C in ihren Kabinen. Doch die Nachfrage ist nicht so schnell gestiegen, wie von der Industrie erwartet wurde. Als Folge setzen Fluggesellschaften oft auf USB Typ A und C in Kombination.

... Und da ist sie. 60 Watt per USB reicht für viele Geräte. © airliners.de / Andreas Sebayang

Die Nachfrage von Lösungen für USB Typ A und Typ C wächst, so ein Bericht von Runway Girl Network. Ursprünglich hatte die Kabinenausstatter-Industrie mit einer schnelleren Umsetzung von USB Typ C in der Kabine gerechnet, da die Passagiere dies fordern, wie Vertreter der Industrie dem Magazin sagten.

Einer der Hauptvorteile sei dabei die flexible Stromversorgung. Allerdings hat die Industrie auch Schwierigkeiten damit, dass etwa die Schnellladefähigkeit moderner Smartphones mitunter mit proprietären Techniken umgesetzt wird. USB Typ C mit Power Delivery sollte das eigentlich übernehmen.

Die Nachfrage ist aber hoch. Safran sagte Runway Girl Network, dass rund 70 Prozent der Kundenanfragen USB Typ C für die Kabine beinhalteten, allerdings oft als zusätzliche Möglichkeit zu USB Typ A. In der Economy wird damit die typische Multisteckdose ersetzt. Nur für Premium-Fluggäste wird teilweise noch eine Steckdosen-Installation gefordert.

Ergänzend zu dem Artikel von Runway Girl Network muss erwähnt werden, dass USB-C selbst nur die Steckerform definiert. Der wichtigste Punkt ist dabei die Verdrehsicherheit, es ist also nicht möglich einen USB-C-Stecker falsch herum in eine entsprechende Buchse zu stecken. USB Typ A hat diesen Nachteil. Das führt mitunter zu Schäden, gerade bei starker Nutzung durch Passagiere, die den Stecker mit zu viel Kraft einführen wollen. Wirklich interessant als universelle Energieversorgung wird USB Typ C erst durch den Standard USB Power Delivery (USB PD), der nicht notwendigerweise über den C-Stecker geführt werden muss. In der Praxis ist USB PD über USB Typ A aber selten.

USB Power Delivery kann fast alles versorgen

Erst mit USB PD sind hohe Stromstärken und hohe Spannungen möglich. Bis zu 100 Watt sind machbar. Üblich ist jedoch ein deutlich geringerer Wert bis zu 60 Watt. Zum Vergleich: Der USB-Standard erlaubt eigentlich nur 0,5 Ampere bei 5 Volt, also 2,5 Watt. Mit USB 3.0 wurden 0,9 Ampere eingeführt (4,5 Watt). In der Praxis wurden meist sehr viel höhere Werte ermöglicht. Etwa mit dem optionalen Standard USB Battery Charge oder auch proprietären Mitteln. Mitunter wurden Standards einfach ignoriert, sodass 5 bis 10 Watt zur Normalität wurden, auch wenn das oft nicht korrekt war.

USB PD hingegen handelt mit der Gegenstelle, also etwa ein Smartphone oder ein Notebook, sehr weite Bereiche der notwendigen Leistung aus, sodass proprietäre Verfahren an Bedeutung verlieren sollten. So kann ein Smartphone besonders schnell geladen werden oder ein Notebook betrieben werden. Viele Notebooks sind zudem mit schwachen USB-PD-Stromgebern kompatibel. Dann wird zwar vielleicht der Akku nicht oder nur sehr langsam geladen, doch das Notebook kann im Betrieb bleiben. Mitunter reichen 7,5 Watt für ein modernes Notebook aus. Dafür braucht es nicht einmal Power Delivery.

Die Unterstützung in der Industrie bei Endgeräten ist mittlerweile gut. Apple-Geräte lassen sich komplett per USB-C-Laden. Im Zweifelsfall braucht es aber Umsetzerkabel, wie USB-C-auf-Lightning. Business-Notebooks der großen Windows-Notebook-Hersteller setzen auch auf USB Typ C, oft ergänzend zum traditionellen Netzteil. Tablets oder Spielkonsolen sind ebenfalls oft über die flexible USB-C-Schnittstelle ladbar.

Von: as

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