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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Das Setting ist absolut grandios: Wüstenartige Steppe, zackige Gebirgszüge am Horizont, flimmernde Hitze, goldenes Nachmittagslicht. Darin eine unübersehbare Zahl von Flugzeugleibern teilweise exotischer, längst verblichener Gesellschaften. Manche der flügellahmen Riesen schon halb ausgeschlachtet, groteske Überbleibsel einst stolzer Himmelsstürmer. Das sind die Flugzeugfriedhöfe im Südwesten der USA. Magischer Anziehungspunkt für Flugzeugfreaks aus aller Welt.

Nur leider kommen die nicht weit. Denn heutzutage sind die Abstell- und Abwrackplätze in der Wüste Hochsicherheitstrakte. Bewegungsmelder, bewaffnete Patrouillen mit Hunden, scharfkantige Zäune. Wenn man nicht gerade seine eigene Cessna mietet und sich herumfliegen lässt, geht wenig.

Ich hatte zuletzt 1987 das Glück, im Pinal Air Park bei Evergreen in Marana herumgefahren zu werden und frei fotografieren zu dürfen. Bei einem späteren offiziellen Besuch war das streng verboten und bewaffnete Bewacher ließen keinen Zweifel, dass das ernst gemeint war. Es heißt, dass die CIA bei Evergreen in der Wüste Untermieter ist und keine Publicity wünscht, ebenso viele Airlines, deren Reserveflotten hier solange in der Sonne schmoren bis die Klapperschlangen darin unterkriechen, sie wieder zum Einsatz kommen oder brutal abgewrackt werden.

Aber das Thema Friedhöfe läßt mich nicht los. Denn inzwischen haben Künstler entdeckt, was für ein faszinierendes Sujet das ist – und ich ihre Kunst. Gleich zwei deutsche Fotografen haben für sich Flugzeugfriedhöfe als Thema auserkoren. Einer, Werner Bartsch stellte seine großformatigen, teilweise am Computer weichgezeichneten und verfremdeten Bilder in Kunstgalerien aus und verlangt Tausende von Euro für ein Original, etwa dem Motiv eines Jumbo-Rumpfs unter nächtlichem Sternenhimmel. Sogar die Organisatoren der letzten ILA waren von seinen Werken so fasziniert, dass sie ihn einluden, ohne Standgebühren zahlen zu müssen seine Bilder anzubieten, wie er mir verriet.

Natürlich war ich auch neugierig, wie er es geschafft hat, ausgerechnet in Marana eine Fotogenehmigung zu bekommen. Da wurde es kompliziert. Herr Bartsch murmelte etwas von Aufträgen für die UNO, wegen derer er gute Kontakte habe und so irgendwie Zutritt bekommen haben will.

Gar nicht schmeckt Bartsch und seinen Galeristen, dass es Konkurrenz gibt, die dazu ihre ebenso dekorativen Flugzeugfriedhof-Fotos über einen Discount-Handel auch noch viel günstiger verkauft: Marc Trautmann ist in meinem Büro mit einem Print vertreten, der gestochen scharf zwei Boeing 707, mein Lieblingsflugzeug, und eine DC-9 zeigt. Und Herr Trautmann ist auch viel offener dabei zu verraten, wie er es in Victorville/Kalifornien zu einer tagelangen Fotoerlaubnis brachte: Er hat schlicht 5.000 Dollar dafür bezahlt. Eine gute Investition, die sich schon lange amortisiert haben dürfte. Vielleicht sollte ich auch darauf sparen und einfach bezahlen dafür, dort mal nach Herzenslust mit der Kamera rotieren zu dürfen.

Jedenfalls verblüffte es mich, dass es noch nie einen Film gab soweit ich weiß, der einen Flugzeugfriedhof als Kulisse nutzte. Bis ich letzte Woche ein absolut großartiges Video fand, das Anfang März auf YouTube Premiere hatte. 40 sogenannte Freestyle Runner, eine leicht anarchische Sportlertruppe, nutzt in ihrem Film „The Takeover“ einen Flugzeugfriedhof, möglicherweise Marana, nicht nur als Kulisse, sondern die Flugzeugwracks auch als Sportgeräte. Zu peitschender Musik gibt es dort über sieben satte Minuten lang Salti von abgesägten Tragflächen und durch leere Cockitfensterhöhlen, eine Landeklappe wird zur Wippe, es gibt hippe Akrobatik wie man sie noch nie gesehen hat in einer solchen Umgebung.

Umwerfend komisch wie zwei der Akteure an den Steuerknüppeln in einem Cockpit rütteln, dessen Vorder- und Hinterenden abgesägt sind und sie so fast im Freien agieren. Dazu gibt es jede Menge interessanter Flugzeugkadaver, etwa die halbe DC-9-Flotte der ehemaligen mexikanischen Aerocalifornia, Dutzende von alten Northwest DC-9, den einen oder anderen Jumbo und eine auffällig bemalte Boeing 737-200, ehemals European Air Charter und Sabena, Baujahr 1974. Und das alles im traumhaft goldenen Abendlicht.

Da hätte ich auch gern mitgemacht. Schade dass meine Sportlichkeit nicht für einen Salto reicht. Aber wie die das geschafft haben dort drehen zu dürfen, das muss ich unbedingt nochmal recherchieren.

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