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Die erste Embraer E175-E2 bei der Landung. © Embraer

Wie Boeing und Airbus streicht auch der brasilianische Flugzeugbauer Embraer wegen der Corona-Krise zahlreiche Arbeitsplätze. Nachdem etwa 1600 Beschäftigte in Brasilien den Konzern im Rahmen von Abfindungsprogrammen bereits verlassen haben, will Embraer die weltweite Belegschaft um weitere 4,5 Prozent verkleinern, wie das Unternehmen am Donnerstag in São José dos Campos mitteilte. Dies entspreche etwa 900 Stellen im Heimatland des Unternehmens.

Embraer begründete den Schritt mit den Folgen der Covid-19-Pandemie für die Weltwirtschaft. So dürfte sich der weltweite Passagierverkehr kurz- und mittelfristig nicht von der Krise erholen. Die Corona-Krise und der von ihr verursachte Einbruch im weltweiten Passagierverkehr haben diesen Geschäftsbereich besonders heftig getroffen.

Auslieferungszahlen brechen ein

Im ersten Halbjahr lieferte Embraer deshalb 75 Prozent weniger Verkehrsflugzeuge aus als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen stellt neben Regionaljets unter anderem Geschäftsreise- und Militärflugzeuge her.

Im Zuge der Krise war auch die mehrheitliche Übernahme von Embraers Regionalflugzeugsparte durch den US-Konzern Boeing geplatzt. Um das Geschäft als eigenständigen Bereich abzuspalten, hatte Embraer nach eigenen Angaben Doppelstrukturen aufgebaut, die jetzt nicht benötigt werden. Auch dadurch fallen Arbeitsplätze weg.

Boeing hatte den bereits vereinbarten Deal mit Embraer Ende April abgesagt und dies mit "letztlich erfolglosen" Verhandlungen über die Bedingungen der Übernahme begründet. Embraer hatte daraufhin rechtliche Schritte gegen den US-Konzern angekündigt.

© Embraer, Lesen Sie auch: Boeing bläst Embraer-Übernahme ab

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus will wegen der Corona-Krise weltweit rund 15.000 Arbeitsplätze abbauen. Boeing hat angekündigt, die Zahl seiner Beschäftigten um rund zehn Prozent zu reduzieren, was ungefähr 16 000 Stellen entsprechen würde. Ende Juli signalisierte das Management, dass noch tiefere Einschnitte notwendig werden dürften.