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Corona-Flugverkehr erreicht fast die Hälfte des Vorjahresniveaus

Der aktuelle Eurocontrol-Report zeigt weitere Steigerungen des Luftverkehrs in Europa. Die Vorjahreszahlen bleiben jedoch in weiter Ferne. Einzelne Billigflieger haben aber fast ihre gesamte Flotte wieder im Betrieb. Unklar ist derweil die weitere Aussicht.

Upper Area Control Centre, Maastricht © Eurocontrol

Bis zum 11. August 2020 konnte Eurocontrol erneut eine erhöhte Anzahl von Flügen registrieren. Der PDF-Report vom 12. August zeigt, dass wie im vorherigen Zeitraum das Wachstum vor allem von Billigfliegern dominiert wird. Der nach Flügen führende Carrier Ryanair konnte noch einmal deutlich zulegen - auf nunmehr 1473 Flüge im Berichtszeitraum der vergangenen zwei Wochen. Eine Steigerung um stolze 53 Prozent.

Noch stärker konnte Easyjet die Anzahl ihrer Flüge erhöhen. 63 Prozent mehr waren es bis zum 11. August. Die 885 Flüge reichen aber nur für Platz 2. Die höchste Steigerung der Flugbewegungen bei Full Service Carriern (FSC) erreichte KLM. 397 Flüge sind es, oder 80 Prozent mehr, verglichen mit dem vorherigen Zeitraum. Damit schließt KLM an die Lufthansa an, die 436 Flüge erreichte und moderat ihre Flüge um zwölf Prozent erhöhte.

Die Flüge im Kontrollbereich von Eurocontrol bis zum 11. August 2020. Foto: © Eurocontrol

Hohe Steigerungen, wenn auch von einem niedrigen Niveau, erreichten zudem Iberia (141 Flüge, 45 Prozent), Finnair (119 Flüge, 38 Prozent) und Tap (107, 78 Prozent). Die Nummer 1 im Eurocontrol-Bereich, Turkish Airlines, steigerte die Anzahl der Flüge werweil nur noch um drei Prozent auf nunmehr 608 Flüge. Zusammen mit den Billigfliegern ist das aber Platz 3.

Das Vorjahresniveau wird damit noch lange nicht erreicht. Derzeit liegt das Niveau bei 45 Prozent. Die Spitze wurde am Freitag, den 7. August erreicht. Gut 50 Prozent waren es an diesem Tag. Die Werte bewegen sich minimal unter dem von Eurocontrol im April prognostizierten Erholungsbereich. Es gibt derzeit zudem eine auffällige Häufung der Flüge im Mittelmeerbereich, die sich vermutlich auf Sonnendestinationen und die Ferienzeit zurückführen lässt.

Eurocontrol nennt teilweise Sitzladefaktoren

Für einige wenige Fluggesellschaften listet Eurocontrol auch interessante Zahlen zu der Belegung der Kabinen auf. Icelandair schafft es immerhin, seine Flugzeuge im internationalen Verkehr im Schnitt mit 70 Prozent zu befüllen. Wizz Air, SAS, und Finnair bringen es auf grob 60, 50 respektive 40 Prozent.

Interessant sind ferner grobe Zahlen nach Destinationen für Austrian Airlines. Maschinen gen Süden zu Ferienzielen sind mit rund 90 Prozent fast voll. In die Schweiz oder nach Deutschland liegen die Sitzladefaktoren hingegen bei nur 60 bis 70 Prozent. Für einen Full Service Carrier sind das gute Werte. Easyjet und Ryanair melden deutlich höhere Sitzladefaktoren. Allerdings nutzen diese Carrier die verkauften Tickets als Rechengrundlage. Die Zahlen sind damit nicht vergleichbar. Für Easyjet sind es 84 Prozent. Ryanair meldet 72 Prozent.

Interessant im 15-Seiten-Bericht ist ferner, dass die Low Cost Carrier mittlerweile einen Großteil ihrer Flotte wieder in Dienst haben. Ryanair hat beispielsweise laut Eurocontrol fast keine gegroundeten Maschinen mehr. Bei Easyjet UK sind hingegen rund ein Drittel der Maschinen noch am Boden. Wizz Air Ungarn ist komplett wieder in der Luft. Vueling hingegen ist noch gut die Hälfte der Flotte am Boden.

© Ryanair, Lesen Sie auch: Ryanair fährt Flugangebot wieder zurück

Eurocontrol macht allerdings darauf aufmerksam, dass die Maschinen nicht auf dem Niveau genutzt werden, wie das vor der Coronakrise der Fall war. Die Anzahl der Flüge je Flugzeug liegt - insbesondere für Ryanair, Easyjet und Vueling - deutlich unter der des Vorjahresniveaus. Der Reduktion liegt bei 56 bis 69 Prozent. Nur Wizz Air kann seine Flotte recht stark auslasten mit einem Minus von 30 Prozent.

Unklar ist derweil die weitere Aussicht. So drücken das Ferienende und die neuen Reisewarnungen für viele Teile Europas die Aussichten. So hat etwa Ryanair bereits angekündigt, das Flugangebot wegen steigender Corona-Infektionszahlen in Spanien und anderen Ländern wieder zurückzufahren. Die Corona-Passagierzahlen am Flughafen Frankfurt waren in der vergangenen Woche auch nicht weiter angestiegen.

Von: as

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