Frankfurter Flughafen entwickelt Konzepte zur Flugtaxi-Integration

Flugtaxis könnten ab 2025 durch Metropolen fliegen. Der Frankfurter Flughafen prüft zusammen mit Hersteller Volocopter, wie diese in den Betrieb des Großflughafens integriert werden könnte.

Die "Volocopter" genannte Passagier-Drohne VC200 der Firma e-volo GmbH. © dpa / Uli Deck

Trotz der extrem verkehrsgünstigen Lage, dauert die An- oder Abreise zum Frankfurter Flughafen manchmal länger als der eigentliche Flug. Möglicherweise öffnet das den Markt für elektrisch betriebene Flugtaxis, die besonders eilige Passagiere durch die Luft zu ihrem Ziel bringen könnten. Weltweit versuchen zahlreiche Firmen, die neue Technologie gewinnbringend in die Luft zu bekommen.

Der Flughafenbetreiber Fraport prüft nun gemeinsam mit der Daimler-Beteiligung Volocopter, wie die drohnenähnlichen Flugobjekte in den Betrieb des größten deutschen Flughafens integriert werden könnten, der im vergangenen Jahr deutlich über eine halbe Million Flugbewegungen der herkömmlichen Jets bewältigen musste. Im Vordergrund stehe die reibungslose Abfertigung der Fluggäste sowie die effiziente Anbindung an die bestehende Verkehrsinfrastruktur.

Experten erwarten Flugtaxis in Städten ab 2025

Allgemein sind die Aussichten des neuen Verkehrsträgers einer Studie der Beratungsgesellschaft Horváth zufolge glänzend. "Schon 2025 werden Flugtaxis in großen Städten auf ersten, festgelegten Routen Passagiere transportieren", prognostiziert Studienleiter Daniel Guffarth.

Naheliegender Markt voller zahlungskräftiger Kunden sind Millionenstädte, zunächst in Asien, aber auch in den USA oder Europa. "Sobald die ersten Pilotprojekte erfolgreich sind, wird sich auch in Deutschland die Politik für Versuchsstrecken und Betriebsrouten öffnen und die erlassenen Restriktionen, die vor allem auf Hobby-Drohnen gemünzt sind, anpassen", glaubt Guffarth.

Flugtaxis sollen ohne Pilot fliegen

Perspektivisch sollen die neuen Fluggeräte autonom - also ohne Pilot - fliegen, lautet das öffentlich erklärte Ziel von Volocopter, Airbus und Co. Über Dubai war der zweisitzige Senkrechtstarter "2X" bereits im September 2017 acht Minuten lang voll autonom unterwegs.

Das bringt neben dem möglichen Misstrauen der Passagiere drängende rechtliche Fragen mit sich. "Das Vehikel an sich ist kein Hexenwerk", erklärte DLR-Vorstandsmitglied Rolf Henke vor einigen Monaten. "Es ist das gleiche Thema wie beim autonomen Auto: Die Technik ist da, aber wer trägt eigentlich die Verantwortung?"

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Die Konsumenten, so die Horváth-Studie, würden am ehesten etablierten Autoherstellern den sicheren Betrieb zutrauen - vielleicht eine gute Nachricht für Volocopter, das noch in diesem Jahr innerstädtische Testflüge in Singapur starten will - mit Unterstützung der dortigen Behörden. Mit im milliardenschweren Spiel sind aber auch die Airlines, die Flugzeughersteller Boeing und Airbus sowie Start-Ups und mächtige Internet-Riesen wie Uber oder Google.

Sicherheit hat oberste Priorität

Noch ist am größten deutschen Flughafen allerdings wenig von der neuen Zeit zu spüren. Der Kooperationsvertrag ist gerade unterschrieben, die Projektteams beider Unternehmen sind im Austausch, aber zu sehen ist noch nirgendwo etwas. Natürlich habe die Sicherheit allerhöchste Priorität, versichert eine Sprecherin der Fraport.

Damit das auch so bleibt, suche man die enge Abstimmung mit allen Beteiligten, sprich Behörden und Verbände auf allen Ebenen. Da auch zahlreiche technische Details längst nicht gelöst sind, rechne man mit einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren bis zu einem ersten Regelbetrieb, so Fraport.

Innerhalb der nächsten beiden Jahre erwarte man die kommerzielle Zulassung durch die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA, sagt Volocopter-Sprecherin Helena Treeck. Dann sollen erste Probeflüge am Main stattfinden - zunächst noch mit Pilot. Als mögliche Ziele nennt das Unternehmen das Frankfurter Messegelände, den Hauptbahnhof oder einzelne Hochhäuser.

Von: dpa, br

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