Flugsicherung will bei Verbot kurzfristig an Frankfurter Südumfliegung festhalten

Gegen das Urteil zur sogenannten Südumfliegung am Frankfurter Flughafen geht die Flugsicherung vor. Sollte sie vor Gericht den Kürzeren ziehen, hat sie nun eine Interimslösung parat.

Ein Flugzeug hinterlässt über Frankfurt am Main Kondensstreifen am Himmel. dpa / Daniel Reinhardt

Im Streit um die sogenannte Südumfliegung am Frankfurter Flughafen hat die Deutsche Flugsicherung ihr weiteres Vorgehen mitgeteilt. Danach werde die Abflugroute auch dann noch für drei Monate beibehalten, wenn das vom hessischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) verhängte Verbot rechtskräftig würde. Darüber entscheidet in den nächsten Monaten das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig.

Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) hat gegen die Entscheidung der Kasseler Richter Nichtzulassungsbeschwerde bei dem Bundesgericht eingelegt. Die nötige Begründung dafür hatte das BAF Anfang Februar vorgelegt. Auch die Flugsicherung setzt sich für die Beibehaltung der Südumfliegung ein.

Sollte sie rechtskräftig verboten werden, werde die Route in einer Interimslösung für voraussichtlich 90 Tage weiter genutzt, teilte die DFS der Fluglärmkommission am Mittwoch mit. Diese Übergangsfrist werde gebraucht, um ein neues Abflugverfahren zu installieren. Andere Routen müssten dann zusätzliche Kapazitäten aufnehmen. Die Südumfliegung war als Entlastung für besonders lärmgeplagte Gegenden im Rhein-Main-Gebiet gedacht, stieß aber auf Protest in neu betroffenen Regionen.

Der VGH stört sich in seinem Urteil vom September 2013 daran, dass die Südumfliegung der Kapazitätserweiterung des Flughafens im Wege stehe, weil künftige Abflugrouten gekreuzt würden. Das BAF argumentiert, dass bisher noch nicht höchstrichterlich entschieden wurde, ob die Kapazität vorzeitig durch eine entsprechende Flugverfahrensplanung gewährleistet werden muss.

Von: dpa, airliners.de

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