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Flugsicherung will Tower an kleineren Flughäfen schließen

Die Deutsche Flugsicherung will die Kontrolltürme an kleineren Flughäfen in Deutschland schließen, um zu sparen. Der Verkehr kann auch aus der Ferne überwacht werden. Den Anfang machen Saarbrücken, Erfurt und Dresden.

Darstellung des Remote-Tower-Konzeptes bei dem ein Fluglotse den Verkehr aus der Ferne überwacht. © Saab Sensis

Die deutsche Flugsicherung will an kleineren Flughäfen die Tower schließen. Die dort stationierten Fluglotsen könnten technisch ihren Aufgaben auch aus der Ferne nachkommen, konkretisierte jetzt der Vorsitzende der DFS-Geschäftsführung, Klaus-Dieter Scheurle im Rahmen der Jahrespressekonferenz in Langen nun die Pläne für die Fernüberwachung an Regionalflughäfen.

In einem ersten Schritt sollen demnach ab 2018 die Flughäfen Saarbrücken, Erfurt und Dresden von Leipzig aus geleitet werden. Als erstes werde voraussichtlich im Jahr 2016 der Tower am Flughafen Saarbrücken geschlossen. Die notwendige Technik mit Hochleistungskameras soll ab August installiert sein und getestet werden.

Das sogenannte "Remote-Tower-Konzept" gilt im Vergleich zum Kontrollturm als deutlich günstiger. Entwickelt wird die Technologie von Saab Sensis. Technik und Computer übernehmen dann die Fenstersicht der Lotsen auf die Start- und Landebahnen.

Die DFS betreibt die Flugsicherungsdienste derzeit an den Flughäfen Berlin Tegel und Schönefeld, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München, Münster/Osnabrück, Nürnberg, Saarbrücken und Stuttgart.

Im engeren Konzept für die Fernüberwachung sind noch die Flughäfen in Bremen und Münster. Perspektivisch werde man sich je nach Verkehrsaufkommen von «unten nach oben» vorarbeiten, wie der DFS-Chef sagte. «So einen verkehrsreichen Flughafen wie Frankfurt kann ich mir ohne Tower nicht vorstellen», meinte Scheurle zu den Grenzen der Technik.

Die Arbeitskraft der Lotsen könne zentral besser genutzt werden, da an den kleinen Standorten häufig zu wenig Verkehr sei. Auch die Schichtsysteme seien leichter zu organisieren. Die Lotsen an den verkehrsärmeren Flughäfen werden versetzt oder gehen in den Ruhestand. Die damit verbundenen Kosteneinsparungen sollen die DFS effektiver machen. Im vergangenen Jahr hätten die Kosten bereits um 4,6 Prozent gesenkt werden können, wie Scheurle berichtete.

Von: airliners.de mit dpa

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