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Fluglotsen-Streik in der kommenden Woche ist noch nicht sicher

Eigentlich wollen die europäischen Fluglotsen gegen EU-Pläne zur Regulierung der Flugsicherungen am 10. Oktober mit einem Aktionstag protestieren. Doch nun liegen neue Vorschläge auf dem Tisch, die einen Streik noch abwenden könnten.

Fluglotsen arbeiten in der Kontrollzentrale der Deutschen Flugsicherung GmbH (DFS) am Flughafen in Bremen. dpa / Carmen Jaspersen

Der für Donnerstag kommender Woche, 10. Oktober, angekündigte Streik der europäischen Fluglotsen kann möglicherweise noch abgewendet werden. Die EU-Kommission habe neue Vorschläge vorgelegt, die nun zunächst innerhalb des europäischen Gewerkschaftsbündnisses ATCEUC beraten werden müssten, sagte der Vorsitzende der deutschen Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), Matthias Maas, in Frankfurt.

Zu den Inhalten könne er sich noch nicht äußern, weil er sie noch nicht kenne. Die GdF werde sich an Aktionen beteiligen, wenn es auf europäischer Ebene welche geben sollte, sagte Maass. Darüber werde der Gewerkschaftsvorstand entscheiden.

Bislang hatte die GdF für den 10. Oktober zeitlich begrenzte Arbeitsniederlegungen in den deutschen Kontrollzentren angekündigt. Die Proteste der Lotsen wenden sich gegen EU-Pläne zur Regulierung der Flugsicherungen in Europa. Sie sollen ihre Gebühren senken und mehr Verkehr abwickeln. Die Gewerkschaften sehen hingegen Sicherheits- und Kapazitätsprobleme.

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas hat unlängst seine Forderung erneuert, den einheitlichen europäischen Luftraum (Single European Sky - SES) endlich in die Realität umzusetzen. Im Juni hatte die Kommission die Zusammenführung der vier Verordnungen zur Schaffung des SES in einer einzigen Verordnung und die Änderung der Vorschriften für die Europäische Agentur für Flugsicherheit vorgeschlagen, den sogenannten SES 2+. Ziele des einheitlichen europäischen Luftraums sind, die Luftraumkapazität zu verdreifachen, die Kosten des Flugverkehrsmanagement zu halbieren, die Umweltauswirkungen zu verringern und die Sicherheit zu erhöhen.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) warnte unterdessen vor chaotischen Verhältnissen an den Flughäfen, sollten die Fluglotsen wie geplant streiken. Selbst ein kurzer Streik hätte «massive Auswirkungen auf den deutschen Luftverkehr», sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg dem Nachrichtenmagazin «Focus». Deutschland habe den dichtesten Luftraum der Welt.

Von: dpa, airliners.de

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