Flughafenchef: Umsetzung bei BER-Schallschutz "sieht mager aus"

Der Schallschutz für die Anwohner des BER geht nur schleppend voran. "Es sieht eher mager aus", sagt Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Eine Aktion soll die Sache voranbringen.

Karsten Mühlenfeld, Chef des neuen Hauptstadtflughafens. dpa / Bernd Settnik

An 80 Prozent der Haushalte, die in der Nähe des BER wohnen und Anspruch auf Schallschutz haben, sind die Bescheide verschickt, mit denen Anwohner Handwerker bestellen können. "Dennoch sieht das Bild bei der Umsetzung eher mager aus", sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. Insgesamt haben rund 25.500 Haushalte rund um den neuen Hauptstadtflughafen Anspruch auf Schutz gegen Fluglärm.

Der Flughafen musste sein Schallschutzprogramm vor drei Jahren praktisch neu starten, nachdem das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg festgestellt hatte, dass es deutlich zu klein ausgelegt war. Die geplanten Kosten verfünffachten sich auf 730 Millionen Euro.

Vor fünf Wochen kippte das Gericht zudem die Praxis, Lüfter in schallgedämmte Häuser einzubauen, ohne zuvor eine Lüftungsplanung zu erstellen. Welche Mehrkosten daraus folgen, ist noch unklar. Auch solche Rechtsunsicherheiten tragen dazu bei, dass Anwohner mit dem Einbau von Schallschutzfenstern, Dämmungen und Lüftern abwarten.

© dpa, Daniel Reinhardt Lesen Sie auch: Beim Schallschutz für BER-Anwohner muss nachgebessert werden

Die Betreiber des neuen Hauptstadtflughafens wollen das Schallschutzprogramm mit zwei Extra-Informationstagen voranbringen. An diesem Freitag und Samstag (17./18. Juni) können sich Anwohner im Dialog-Forum in Schönefeld beraten lassen.

Neben den Fachleuten der Flughafengesellschaft werden auch einige Baufirmen vertreten sein. Besprochen wird unter anderem die Möglichkeit, dass Anwohner die Firmen direkt vom Flughafen bezahlen lassen, anstatt das Geld zunächst auszulegen.

Von: ch, dpa

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