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Tegel-Wiedereröffnung hängt von Passagierzahlen ab

Die Berliner Flughafengesellschaft will den Flughäfen Tegel aus wirtschaftlichen Gründen temporär schließen. Flughafenchef Lütke Daldrup mach die Tegel-Wiedereröffnung vom Passagieraufkommen ab und zeigt sich nicht sehr optimistisch.

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup im Gespräch. © Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Berlins Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup ist skeptisch, ob der Flughafen Tegel nach der angestrebten Schließung in der Corona-Krise noch einmal ans Netz geht. Der Airport soll wegen des Passagierzahleinbruchs im Juni vorübergehend schließen, bevor er im November planmäßig endgültig außer Betrieb geht.

"Ich würde ihn ehrlich gesagt lieber wieder aufmachen bis zum Herbst", sagte Lütke Daldrup am Donnerstag in der RBB-Sendung "Talk aus Berlin".

Ich bin aber ehrlich gesagt nicht sehr optimistisch, dass wir in wenigen Monaten wieder 50.000 Gäste haben.

Engelbert Lütke Daldrup

Im April waren die beiden Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel davon weit entfernt. "Es ist gespenstisch", sagte Lütke Daldrup. "Wir hatten Tage mit 800 Gästen an beiden Flughäfen zusammen." Üblich seien 100.000. "Es ist für uns wirtschaftlich eine Katastrophe. Wir verlieren jeden Tag eine Million Euro Einnahmen."

© AirTeamImages.com, Felix Gottwald Lesen Sie auch: Berliner Flughäfen stehen nahezu still

Der Flughafen Schönefeld bringe verschiedene Vorteile. Schönefeld habe einen 24-Stunden-Betrieb, es gebe dort ein Frachtzentrum sowie ein Medical Assessment Center, so Lütke Daldrup.

Die Flughafengesellschaft will Tegel ab Juni für mindestens zwei Monate schließen und den Berliner Luftverkehr in Schönefeld konzentrieren. Stimmt die Luftfahrtbehörde dem Antrag zu, wollen die Betreiber Ende Mai darüber einen Beschluss treffen. Nach jahrelangen Verzögerungen soll am 31. Oktober der neue Hauptstadtflughafen BER in Betrieb gehen. Tegel schließt nach dieser Planung am 8. November.

Der geplante Weiterbetrieb des militärischen Teils am Berliner Flughafen Tegel verursacht Kosten in Millionenhöhe. Dort sollen auch nach der Schließung des eigentlichen Flughafens im Herbst bis 2029 Regierungshubschrauber starten und landen. "Die Ausgaben für den Weiterbetrieb der militärischen Liegenschaft Tegel Nord werden auf jährlich circa fünf Millionen Euro geschätzt", heißt es in der Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag, die der dpa vorliegt. Für die Hubschrauber fehlt nach Darstellung des Ministeriums am neuen Hauptstadtflughafen BER noch die geeignete Infrastruktur.

Von: dpa-AFX, dpa, br

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