Verkehrsminister Winfried Hermann hält eine komplette Fertigstellung des Bahnprojektes Stuttgart 21 im Jahr 2025 für unrealistisch.
Zur von der Bahn avisierten Inbetriebnahme in drei Jahren würden die Züge noch am Flughafen vorbeirauschen, sagte der Grünen-Politiker der "Stuttgarter Zeitung". Dies sei so lange der Fall, wie der Flughafenbahnhof nicht in Betrieb genommen sei. Damit sei erst 2027 zu rechnen. Zumindest Reisende aus Ulm müssten mindestens bis dahin in Stuttgart umsteigen, um zum Airport zu gelangen.
Er sprach sich überdies für einen Ergänzungshalt am Stuttgarter Tiefbahnhof aus, um mehr Kapazitäten für Regionalzüge und S-Bahnen zu schaffen. "Auf der ganzen Welt wird in Großstädten so geplant, dass man unterirdisch mit Bahnen fahren kann und darüber baut." Sonst werde der Schienenverkehr in Stuttgart trotz Digitalisierung schon in den nächsten zehn Jahren an seine Grenze stoßen.
Mit Applaus von Stadt und Bahn kann Hermann bei diesen Aussagen kaum gerechnet haben. Die Reaktionen fallen aber vergleichsweise scharf aus.
Die Aussagen Hermanns seien "teils inkorrekt und in einen sachlich unzutreffenden Zusammenhang gerückt", heißt es in einer mehrseitigen "Richtigstellung" des Bahnkonzernbevollmächtigten für Baden-Württemberg, Thorsten Krenz. Er sicherte den Projektpartnern zudem zu, Stuttgart 21 werde "vom ersten Tag der Inbetriebnahme an für Reisende eine Vielzahl an Verbesserungen bieten". Es werde aber in Jahren danach "ergänzende Inbetriebnahmen" geben.
Zum Bahnprojekt Stuttgart 21 gehört der Tiefbahnhof in der Stuttgarter City samt unterirdischer Anbindung an den Flughafen und die Schnellbahnstrecke nach Ulm.