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Flughafen Düsseldorf bekommt grünes Licht für Restrukturierung

Die Gesellschafter des Flughafen Düsseldorf stimmen dem Krisenkonzept des Betreibers zu. Verdi befürchtet einen deutlichen Personalabbau. Die Verkehrsprognosen für die kommenden Jahre bleiben mager.

Düsseldorf Airport © airliners.de / Andreas Sebayang

Auf einer Gesellschafterversammlung des Düsseldorfer Flughafens haben die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Airport Partners GmbH, die jeweils zur Hälfte am Flughafen beteiligt sind, dem Restrukturierungskonzept der Betreibergesellschaft zugestimmt. Dieses soll ab 2021 eine jährliche Ergebnisverbesserung von 50 Millionen Euro einbringen.

Die Hälfte dieses Betrages steuere die Reduzierung der Personalkosten bei, die neben den Maßnahmen zur Erlössteigerung und zur Strukturkostensenkung im Zentrum der Restrukturierung stehe, so die Flughafen Düsseldorf GmbH. Derzeit werden frei werdende Stellen im Unternehmen nicht nachbesetzt, auch ein Freiwilligenprogramm zum sozialverträglichen Jobabbau gibt es.

Ohne Kündigungen werde es aber nicht gehen, sagt Thomas Schnalke, Vorsitzender der Geschäftsführung des Düsseldorfer Flughafens: "Auch die im Rahmen der Restrukturierung nötigen Stellenstreichungen wollen wir möglichst sozial verträglich gestalten. Allerdings können wir betriebsbedingte Kündigungen als Mittel der letzten Wahl nicht ausschließen. Dies gilt für die Flughafen Düsseldorf GmbH ebenso wie für unsere Konzerntöchter.“ So ziele das Restrukturierungskonzept für die Ground Handling GmbH darauf ab, dass das Unternehmen ab 2022 unabhängig von der Konzernmutter kostendeckend wirtschaftet, der Abbau "operativer stellen" sei dafür unvermeidlich.

Laut Verdi stehen 600 der 2200 Arbeitsplätze bei der Flughafengesellschaft und ihren Security-, Ground Handling- und Fracht-Töchtern zur Disposition.

Corona-Kredit muss ab 2023 zurückgezahlt werden

Die Gesellschafter kamen dem Flughafen im Verlaufe der Corona-Krise bereits entgegen. So beließen sie den Jahresüberschuss von 2019 in Höhe von 63 Millionen Euro im Unternehmen und gewährten dem Flughafen im Frühjahr ein zusätzliches Darlehen über 100 Millionen Euro. Auf dieser Grundlage habe man zwischenzeitlich einen Kredit über 250 Millionen Euro im Rahmen des Infrastruktur-Corona-Programms des Landes NRW und der NRW-Bank in Anspruch genommen, teilte der Flughafen mit.

Der Corona-Kredit muss ab 2023 getilgt werden. Um sich ab dann wieder frei am Kapitalmarkt finanzieren zu können, müsse der Konzern durch die Restrukturierung wieder auf eine nachhaltige wirtschaftliche Grundlage gestellt werden. So könne man wieder unabhängig von öffentlichen und Gesellschafter-Zuwendungen werden und langfristig Arbeitsplätze sichern.

Für 2020 geht der Airport von maximal 30 Prozent, im kommenden Jahr von rund 50 Prozent des gewohnten Verkehrsvolumens aus. Eine Rückkehr zum Niveau von 2019 erwartet die Branche erst im Jahr 2025.

Von: dk

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