airliners.de Logo

Flughafen Tegel 60 Jahre nach Eröffnung geschlossen

Mit dem letzten Start einer Air France-Maschine schließt der Flughafen Tegel. Tausende kamen am letzten Wochenende um sich von dem West-Berliner Tor zu Welt zu verabschieden.

Den letzten Start vom Flughafen Tegel führte Air France durch. © dpa / John Macdougall/AFP POOL

Weitere Bilder auf der airliners.de-Facebook-Seite.

60 Jahre nach dem ersten Linienflug ist der Berliner Flughafen Tegel geschlossen. Zum letzten planmäßigen Flug startete am Sonntag eine Sondermaschine der Air France nach Paris. Der Luftverkehr der Hauptstadtregion läuft nun allein über den neuen Flughafen BER in Schönefeld.

Am Samstag hatten die letzten Airlines ihre Maschinen von Tegel zum neuen Standort geflogen. Eine Woche nach der Eröffnung des Flughafens Berlin-Brandenburg Willy Brandt ist der Umzug damit abgeschlossen. Tegel bleibt zur Sicherheit aber noch ein halbes Jahr betriebsbereit.

Privatbesucher waren am Sonntag nicht zugelassen. Am Samstag waren mehrere tausend nach Tegel gekommen, um den letzten regulären Betriebstag zu erleben. Vor allem für viele Berliner aus dem Westen der Stadt war der Standort das Tor zur Welt - neben dem 2008 geschlossenen Flughafen Tempelhof.

Neun Jahre länger in Betrieb als geplant

Während der Berlin-Blockade 1948 hatten die französischen Besatzungstruppen in ihrem Sektor West-Berlins in Tegel einen Flugplatz bauen lassen. Im Januar 1960 nahm Air France den Linienflugbetrieb auf.

Deshalb wurde die französische Gesellschaft auch für den letzten Flug am Sonntag ausgewählt. Unter Wasserfontänen der Feuerwehr verließ die Flug AF1235 mit geladenen Gästen an Bord das Rollfeld und hob ab. Auf dem Gelände soll in den nächsten Jahren ein Forschungs- und Gewerbepark entstehen.

Bis zum Ausbruch der Corona-Seuche war Tegel überlastet - mit 24 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr. Der innenstadtnahe Flughafen schulterte die Hauptlast des Berliner Luftverkehrs. Daneben gab es den alten Flughafen am Standort Schönefeld; er ist nun Teil des BER.

Eigentlich sollte Tegel schon 2011 vom Netz gehen. Doch Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme auf der BER-Baustelle verzögerten den Umzug. Mehrere hunderttausend Berliner mussten den Fluglärm länger ertragen.

Davon sind von nun an vor allem viele Brandenburger im dicht besiedelten BER-Umfeld betroffen. Wegen der Corona-Krise wird aber relativ wenig geflogen. Im Oktober gab es in Tegel und Schönefeld insgesamt rund 9000 Flüge. Im Vorjahresmonat waren es allein in Schönefeld 8300 gewesen, in Tegel 17.300.

Von: dk

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Flughäfen Berlin Berlin-Tegel Infrastruktur Verkehr