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Flughafen Paderborn einigt sich in Insolvenzverfahren mit Beschäftigten

Zwei Drittel der Paderborner Flughafenmitarbeiter müssen das Unternehmen im Zuge der Sanierung verlassen. Jetzt wurde eine Einigung erzielt. Die verbleibenden Beschäftigten müssen künftig mehr Aufgaben übernehmen.

Terminalgebäude am Flughafen Paderborn-Lippstadt © Flughafen Paderborn-Lippstadt

Der sich im Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung befindliche Flughafen Paderborn hat sich mit den Beschäftigten auf einen Sozialplan und einen neuen Tarifvertrag verständigt, die auch schon unterzeichnet wurden. Die Vereinbarung sei ein "Meilenstein" für den nachhaltigen Weiterbetrieb des Airports, teilte die Kanzlei des gerichtlich bestellte Generalbevollmächtigte des Flughafens, der Bielefedler Rechtsanwalt Dr. Yorck Streitbörger, mit.

Die Eckpunkte auf die man sich geeinigt habe, sähen eine Reduzierung der Gesamtbelegschaft von 170 auf 65 Beschäftigte vor, so die Kanzlei. Ohne diesen Abbau von rund zwei Dritteln der Arbeitskräfte wäre die Stilllegung des Flughafens unabwendbar. 65 der gekündigten Mitarbeiter würden in eine Transfergesellschaft wechseln, Staat und Flughafen würden sich ihren Lohn für die kommenden 12 Monate aufteilen. Mit anderen seien Aufhebungsverträge geschlossen worden.

Die verbleibenden Angestellten sollen ohne Lohnabschläge weiterarbeiten. "Sie durchlaufen zurzeit diverse Schulungen, um in der Neuverteilung von Aufgaben optimal einsetzbar zu sein", so die Mitteilung.

Gläubiger sollen Anfang Dezember über Sanierungsplan abstimmen

Die Gewerkschaft Komba habe im Namen der Flughafenfeuerwehr ebenfalls einen neuen Tarifvertrag unterzeichnet, der für die Feuerwehr 24-Stunden-Dienste mit Ruhezeiten regelt. Zudem habe die Flughafenfeuerwehr bereits drei größere, aus Kostengründen gebrauchte Löschfahrzeuge zum Preis von rund einer halben Million Euro erhalten, "um auch bei reduziertem Personalstamm und Übernahmen anderer Aufgaben im Flughafenbetrieb einsatzbereit sein zu können." Die alten Feuerwehrfahrzeuge sollen in Zahlung gegeben werden, was die Kosten noch einmal um mehr als die Hälfte reduzieren würde. Ein bestehender Hangar werde für rund eine halbe Million Euro zur neuen Feuerwehrwache mit Ruheräumen umgebaut.

"Die Neustrukturierung im Verfahren der Insolvenz in Eigenverwaltung (Planinsolvenz) ist kein 'Problem', sondern eine große Chance für den Erhalt der Infrastruktur und die verbleibenden Arbeitsplätze", erklärte die Kanzlei zudem. Die Flughafen-Geschäftsführung mit Dr. Marc Cezanne an der Spitze verbleibe auch während der Insolvenz in Eigenverantwortung im Amt. Ihm zur Seite stehen für den Zeitraum des Verfahrens der Generalbevollmächtigte Streitbörger und Stefan Meyer von der Pluta Rechtsanwalts GmbH, der als vorläufiger Sachwalter die Interessen der Gläubiger schütze. Zu diesen zählten unter anderen die Sparkasse Paderborn, die Kommunale Zusatzversorgungskasse (KVW) aus Münster und die Bundesanstalt für Arbeit.

Der nächste Zwischenschritt bei der Sanierung des Flughafens soll laut der Mitteilung Anfang Dezember erreicht werden. Streitbörger werde dann dem zuständigen Amtsgericht Paderborn einen mit dem Sachwalter und dem Gläubigerausschuss abgestimmten Insolvenzplan vorlegen, über den die Gläubigerversammlung im Januar abstimmen wird.

Von: dk

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