Flughafen Münster/Osnabrück bekommt neue Kredite für dringende Investitionen

Der Flughafen Münster/Osnabrück scheint die Pleite des Großkunden Germania überstanden zu haben. Auch die Gesellschafter glauben an die Zukunft und geben Geld für Investitionen frei. Es muss viel auf Vordermann gebracht werden.

Der Flughafen Münster/Osnabrück ist zum Großteil in der Hand der Stadtwerke Münster GmbH. © Flughafen Münster/Osnabrück

Der Aufsichtsrat der Flughafen Münster/Osnabrück GmbH hat in seiner Dezembersitzung mit den Stimmen aller Gesellschafter dem "Finanzierungskonzept 2.0" zugestimmt.

Nachdem die Fluggastzahlen seit 2009 kontinuierlich zurückgingen, stiegen die Schulden des Flughafens stark, bis auf - je nach Quelle - 90 bis 100 Millionen Euro im Jahr 2015, nachdem 2014 ein betrieblicher Verlust von fast 13 Millionen Euro anfiel. In einem ersten Finanzierungskonzept hatten die Gesellschafter rund um die drei staatlichen Hauptanteilseigner Stadtwerke Münster, Kreis Steinfurt und Stadt Osnabrück Ende 2014 Mittel zur Entschuldung des Flughafens zur Verfügung gestellt. Mittlerweile seien die Bankkredite auf ein Drittel des Ursprungsbetrages zurückgeführt und sollen im Laufe der nächsten drei Jahre auf unter 10 Millionen Euro reduziert werden, teilte die Flughafen-GmbH mit.

Jedes Jahr ein neuer 7-Milllionen-Euro-Kredit

Auf Basis dieses erfolgreich durchgeführten Sanierungsprogrammes hätten die Gesellschafter beschlossen, den in den letzten Jahren entstandenen Investitionsstau aufzulösen. Beginnend mit dem Jahre 2021 sollen sie 5 Jahre lang der Flughafengesellschaft marktüblich verzinste Gesellschafterkredite in Höhe von jeweils sieben Millionen Euro gewähren. Der Flughafen kündigte an, die Mittel zur Sanierung des bestehenden Start- und Landebahnsystems (Erneuerung der Deckschicht, der Rollwege und der Befeuerung), zur In- standhaltung der Fluggastbrücken, zum Austausch der Gepäckförderanlage, zur Sanierung der Strom- und Kälteversorgung sowie zum Ersatz von Vorfeldfahrzeugen zu nutzen. Dabei soll vornehmlich in CO2-neutral zu betreibende Geräte investiert werden.

 © dpa, Friso Gentsch Lesen Sie auch: Münster kommt auf eine Million Passagiere

Der Flughafen Münster/Osnabrück musste in den letzten Jahren die Pleite seiner beiden ehemals größten Kunden Air Berlin und Germania verkraften. Nach einem Tief von nur knapp 0,8 Millionen Passagieren 2016 geht es seitdem langsam wieder bergauf, 2018 konnten wieder über eine Millionen Fluggäste begrüßt werden. Nach der Pleite von Germania Anfang 2019 stationierte Corendon Airlines eine Maschine in Münster und baute das Angebot stark aus. Der Flughafen rechnet daher auch in diesem Jahr mit ähnlich vielen Passagieren wie 2018.

3.000 Arbeitsplätze hängen vom Flughafen ab

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafen-GmbH, Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, hob mit Blick auf die neuen finanziellen Hilfen hervor, dass der Flughafen im Münsterland mit einer jährlichen Wertschöpfung von 184 Millionen Euro und rund 3.000 direkt oder indirekt von ihm abhängigen Arbeitsplätzen ein unverzichtbarer Standortfaktor in der Region sei.

Rainer Schwarz, Geschäftsführer der FMO GmbH, stellte die Bedeutung der Entscheidung für die Zukunftsfähigkeit des Flughafens hervor: "Die Gesellschafter stellen nicht nur die Finanzierung der Infrastruktur bis 2025 sicher, sie geben gleichzeitig auch eine langfristige Planungssicherheit für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unsere Kunden."

© dpa, Bernd von Jutrczenka Lesen Sie auch: Rainer Schwarz hat für den Airport Münster/Osnabrück einige Pläne

Von: dk

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