Lübeck bereitet sich auf Linienflugbetrieb vor

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Der Flughafen Lübeck will ab kommendem Sommer unter eigener Marke innerdeutsche Linienflüge anbieten. Jetzt kauft Lübeck Air ein erstes Flugzeug - während am Regionalflughafen das Terminal erweitert wird.

Illustration des neuen Terminalanbaus am Flughafen Lübeck. © Stöcker Flughafen GmbH & Co.KG / Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp)

Am Flughafen Lübeck soll es ab dem kommenden Sommer wieder Linienflugbetrieb geben. Bei den Planungen für Lübeck Air sei man in den letzten Zügen, sagte Flughafenchef Jürgen Friedel jetzt im Gespräch mit airliners.de. Das Konzept stehe, die Buchungswebseite befände sich im Aufbau und die ersten Marketing-Partnerschaften seien abgeschlossen.

Bis zum Jahresende will die Flughafengesellschaft nun eine ATR 72 kaufen, die anschließend für den Einsatz bei Lübeck Air vorbereitet werden soll. Dabei will Lübeck Air auf ein hohes Maß an Komfort und Service setzen. So werde das Flugzeug mit nur 60 Sitzplätzen sehr großzügig bestuhlt. "Ziel ist nicht, über den Preis zu konkurrieren, sondern über die Qualität", erklärt der Manager.

Lübeck Air hatte bereits mitgeteilt, für den Flugbetrieb auf Air Alsie zu setzen. Die dänische ACMI-Airline betreibt aktuell eine Flotte von mehreren Businessjets sowie zwei ATR 72-500. Allerdings setzt Lübeck Air nur im Ausnahmefall auf die Flotte des Partners. Die ATR für Lübeck Air werde deutsch registriert und dann für den Betrieb an den dänischen Partner übergeben.

Innerdeutsche Business-Routen

Zu den Routen macht Friedel derweil noch keine Angaben. Man könne aber bereits so viel verraten, dass sich Lübeck Air auf den Linienbetrieb im innerdeutschen Geschäftsreiseverkehr fokussieren werde. Beim Vertrieb setzt Friedel auf regionale Key Accounts sowie den Einzelplatzverkauf über die eigene Webseite sowie Reisebüros. Charterrotationen für regionale Veranstalter sollen das Portfolio ergänzen.

Der Einzugsbereich für den Flughafen sowie die Angebote von Lübeck Air sieht Friedel dabei vor allem in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. "So überträgt sich die Strategie des Flughafens auch auf unsere Fluggesellschaft", fasst Friedel zusammen: "Wir sind Partner für unsere Region."

Gleichzeitig bereitet sich der Flughafen auch am Boden auf den regelmäßigen Flugverkehr vor. Das bestehende Terminal wird dazu um einen Anbau erweitert, in dem ein neuer Wartebereich sowie der Baggage-Claim untergebracht werden. Das alte Terminal wurde entkernt und soll zukünftig neben Check-In-Gates und Büros auch ein Restaurant beherbergen.

© dpa, Markus Scholz Lesen Sie auch: Hängepartie um Lübecker Flughafens ist beendet

Hinter den Ambitionen rund um den Flughafen Lübeck und Lübeck Air steht der Flughafen-Besitzer Winfried Stöcker. Der Lübecker Mediziner und Unternehmer hatte den Flughafen vor drei Jahren gekauft. Lübeck Air ist bislang eine auf den Geschäftsreiseverkehr spezialisierte Bedarfsfluggesellschaft, die mit einem Falcon-7X-Businessjet unterwegs ist.

Von: dh

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