Flughafen Lübeck erhält Easa-Zertifizierung

Der Flughafen Lübeck hat nun eine Easa-Zulassung. Für Flughafen-Eigentümer Winfried Stöcker ist das Zertifikat nur ein Baustein für die Wiederbelebung des Passagierbetriebs. Denn es gibt große Pläne.

Der Flughafen Lübeck erhält EASA-Zertifizierung. © Flughafen Lübeck

Der Lübecker Flughafen hat einen weiteren Schritt zur Wiederaufnahme des Linienflugverkehrs genommen. Am Montag übergab Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) das offizielle Zertifikat der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (Easa). "Damit erfüllt der Flughafen alle europäischen Sicherheitsstandards und hat die Chance, wieder zu einer kleinen Drehscheibe des Luftverkehrs zu werden", sagte Buchholz.

Geprüft wurden unter anderem die Tragfähigkeit der Start- und Landebahn sowie der Rollwege, die Navigationssysteme und Anflugbefeuerung. Zudem geht es um die Überwachung der Betriebssicherheit und die Mitarbeiterschulungen. Über eine Zeitraum von eineinhalb Jahren wurden insgesamt rund 5000 Kriterien geprüft.

Das Zertifikat ist seit 2018 Voraussetzung für den gewerblichen Betrieb eines Flughafens, wenn mehr als 10.000 Fluggäste im Jahr befördert werden. Neben einer Software-Lösung für die Nachverfolgung des Arbeitsstandes hatte der Flughafen in diesem Zusammenhang auch extra die Position eines Compliance Managers eingerichtet, der intern für die Einhaltung der Regeln sorgt.

Flughafen-Eigentümer hat große Pläne

Die Zertifizierung ist Teil eines Masterplans für den Ausbau des Flughafens. Vorgesehen sind beispielsweise der Bau von Passagieranlagen. Bis zur Inbetriebnahme eine geplanten Terminals werden Passagierdienstleistungen und Gepäckabfertigung zunächst provisorisch in Flugzeughangars stattfinden. Die drei Stahlhallen, die als Interims-Terminals gebaut werden, sollen später an anderer Stelle als Hangars am Flughafen Lübeck Einsatz finden.

"Für uns ist das Easa-Zertifikat ein Baustein zur Wiederbelebung des Passagierbetriebs", sagte der Eigentürmer des Flughafens, Winfried Stöcker. Seit Mitte Dezember 2018 besitze der Flughafen Lübeck Rechtssicherheit für seine Ausbauabsichten. "Im Sommer 2020 wollen wir den Linienflugbetrieb wieder aufnehmen", sagte er. Der Lübecker Biotechnologie-Unternehmer Stöcker hatte 2016 den damals insolventen Flughafen gekauft.

© dpa, Maja Hitij Lesen Sie auch: Lübeck will mit eigener Fluggesellschaft zurück in den Linienbetrieb

Jetzt soll die 2017 von Stöcker gegründete Lübeck Air GmbH mit der dänischen Chartergesellschaft Air Alsie kooperieren und eine vollwertige Airline-Lizenz beantragen. "Die konkreten Strecken werden in den nächsten Monaten ausgearbeitet. Denkbar ist unter anderem eine Verbindung nach Stockholm", sagte Stöcker.

Ziel sei, den Bewohnern der beiden Nordstaaten über die Anbindung an größere Flughäfen die Welt zu erschließenden aber auch um den Tourismus in die Ostseeregion zu fördern sowie Lübeck als Standort für Kreuzfahrten attraktiv zu machen.

Neben der Wiederaufnahme des Linienflugbetriebs hat Stöcker mit dem Flughafen noch ein anderes Ziel. Gemeinsam mit Partnern aus Medizin, Forschung und Wirtschaft entstehe an dem Standort ein "Gesundheits- und Innovationsflughafen".

Von: dh mit dpa

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