Flughafen will sich als "Kassel Airport" besser positionieren

Der nordhessische Flughafen Kassel-Calden will sich als "Kassel Airport" besser im internationalen Geschäft positionieren. Unter anderem soll die Nähe zu Kassel so deutlich hervorgehoben werden.

Passagiere gehen zum Terminal des Flughafens Kassel-Calden, der künftig auf den Namen "Kassel Airport" setzt. © dpa / Uwe Zucchi

Der seit seiner Eröffnung kriselnde Regionalflughafen Kassel-Calden wird sich künftig unter dem Namen "Kassel Airport" vermarkten. Der Name sei Kern eines geänderten Markenauftritts, teilte die Betreibergesellschaft mit. Eine Analyse habe gezeigt, dass die Konzentration auf einen solchen Namen unverzichtbar sei, um den Flughafen im internationalen Geschäft zu positionieren, begründete die Gesellschaft ihre Entscheidung. Der Aufsichtsrat habe der Namensänderung bereits zugestimmt.

"Kassel Airport" sei kein neuer Name, sondern die international übliche Bezeichnung für den Flughafen, der in der Region Nordhessen unter Kassel‐Calden oder nur unter "Calden" bekannt sei. Der bisherige Begriff für die internationale Verwendung werde nunmehr lediglich als einheitliche Marke definiert, hieß es in einer Mitteilung.

Zudem soll dem Missverständnis vorgebeugt werden, der Airport "Kassel‐Calden" liege weit von Kassel entfernt. Aber gerade die unmittelbare Nähe zu Kassel sei entscheidend für den Erfolg des Flughafens, so die Betreiber.

Marketing-Experte äußert sich skeptisch

Nach Ansicht des Offenbacher Marketing-Professors Jörn Redler schärft der Flughafenbetreiber mit der Umbenennung nicht seine Marke, sondern ändert lediglich Logo und Name. "Das ist eine etwas veraltete Sicht des Markenverständnisses", sagte der an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg lehrende Wissenschaftler am Sonntag. Gleichwohl sprach er von einem Schritt in die richtige Richtung.

Der umstrittene Flughafen fährt seit seiner Eröffnung im April 2013 Millionendefizite ein, vor allem weil er von zu wenigen Airlines angeflogen wird. Das Land Hessen hält 68 Prozent der Anteile der Betreibergesellschaft. Je 13 Prozent halten Stadt und Landkreis Kassel, die Gemeinde Calden kommt auf sechs Prozent.

Von: dpa, airliners.de

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