Flughafen Hahn freut sich über mehr Fracht

Im stark von der Corona-Pandemie geprägten Mai hat der Hunsrück-Flughafen deutlich mehr Fracht verbucht als im gleichen Vorjahresmonat. Die Passagierzahlen brechen hingegen ein.

Eine Boeing 747 wird am Flughafen Hahn mit Fracht beladen. © dpa / Thomas Frey

Das Frachtgeschäft steigerte sich um 81,5 Prozent auf 22.168 Tonnen. Von Januar bis Mai 2020 legte das Hahn-Frachtgeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20,9 Prozent auf 84.878 Tonnen zu, wie aus der jüngsten Statistik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) hervorgeht.

Zum Aufschwung des Frachtgeschäfts im Mai erklärt Christoph Goetzmann, Mitglied der Hahn-Geschäftsführung, in der Corona-Krise sei beispielsweise viel Schutzkleidung über den Hunsrück-Flughafen transportiert worden. Wegen der damals bundesweit weitgehend ausgefallenen Passagierflüge habe es zudem kaum Frachtbeiladungen in Passagiermaschinen gegeben - auch davon habe das Frachtgeschäft des abgelegenen Flughafens mit Nachtfluggenehmigung profitiert. "Wir bieten flexiblen, zuverlässigen, professionellen und kostengünstigen Service", betont Goetzmann.

Das Passagiergeschäft stürzte indessen im Mai ins Bodenlose. Am Ende nutzen 3713 Fluggäste den Airport, was einem Rückgang von 97,1 Prozent entspricht. Unter ihnen waren viele Transitpassagiere. Von Januar bis Mai 2020 verringerte sich das Passagiergeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 67,7 Prozent auf 206.177 Fluggäste.

Flyone startet im Juli

Mittlerweile sind die strikten Corona-Reisebeschränkungen für Europa weitgehend aufgehoben, die Passagier-Airlines Ryanair Wizz Air und Air Serbia heben wieder vom Hahn ab. Im Juli will sich die Fluggesellschaft Flyone dazugesellen. Ein Teil der Shops im Terminal hat laut wieder geöffnet.

In dem Gebäude herrscht Maskenpflicht. Die Zahl der klassischen Touristen sei vorerst noch überschaubar, sagt Goetzmann. Vermutlich größer sei der Anteil von Arbeitnehmern, die ihre Heimat etwa in Süd- und Südosteuropa besuchten. Das erweise sich auch in Krisenzeiten als ein "robustes Geschäftsmodell"

© dpa, Rouelle Umali Lesen Sie auch: Corona-Passagierzahlen, kaum Auslieferungen, düstere Prognosen Verkehr & Statistik

Der Flughafen Hahn gehört zu 82,5 Prozent dem chinesischen Großkonzern HNA und zu 17,5 Prozent dem Land Hessen.

Von: dpa, br

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Flughäfen Hahn Luftfracht Corona-Virus Rahmenbedingungen Verkehrszahlen Verkehr