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Flughafen Hahn 2013 mit Verlust von knapp elf Millionen Euro

Am Flughafen Hahn will keine Ruhe einkehren: für das vergangene Jahr steht ein Millionenverlust in zweistelliger Höhe in der Bilanz. Dazu kommt ein Untreueverdacht und nun stehen auch noch Mobbingvorwürfe im Raum.

Heinz Rethage, ehemaliger Geschäftsführer am Flughafen Hahn © dpa / Thomas Frey
Salvatore Barbaro, Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen Hahn GmbH © dpa / Thomas Frey
Schilder des Passagierabfertigungsunternehmens "Serve and Smile" sind an einem Gebäude des Flughafens Hahn zu sehen. © dpa / Thomas Frey

Der krisengeschüttelte Flughafen Hahn hat 2013 nach dem vorläufigen Jahresergebnis einen Verlust von knapp elf Millionen Euro eingefahren. Im Jahr zuvor waren es noch rund 5,7 Millionen Euro, wie Flughafen-Geschäftsführer Markus Bunk jetzt am Hahn sagte. 2012 hätten positive Sondereffekte etwa wegen des Verkaufs von Straßen zu Buche geschlagen.

Dank des Sanierungskonzepts sei das Ergebnis schon 2013 um 1,6 Millionen Euro verbessert worden. Insgesamt soll das Konzept dem Flughafen binnen zehn Jahren Ergebnisverbesserungen und Kostensenkungen in Höhe von 13,5 Millionen Euro im Vergleich zu 2012 bringen, wie Geschäftsführer Heinz Rethage sagte. Geplant ist, bis 2015 schon ein Drittel zu erreichen. "Das ist eine sehr hohe Hürde."

Bei einer Sitzung des Aufsichtsrats am vergangenen Freitag wurden auch die jüngsten internen Querelen am Hunsrück-Airport thematisiert. So hatten etwa Mitarbeiter des Airports in einem Brief an Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) einem Vertreter des Betriebsrats Mobbing vorgeworfen. "Wir wissen, dass es Unzufriedenheiten im Haus gibt", sagte Bunk. Es stünden ernstzunehmende, harte Vorwürfe im Raum.

Nach Gesprächen mit den Beteiligten würden die Vorgänge geprüft und aufgearbeitet. Die Mitarbeiter wurden Bunk zufolge gebeten, ihre Vorwürfe zu belegen. Wenn sich herausstelle, dass Fehlverhalten vorlag, würden Maßnahmen ergriffen.

Das Gleiche gelte auch für die Untreue-Vorwürfe im Zusammenhang mit Verträgen zwischen der Flughafengesellschaft und dem Dienstleister Serve & Smile Dienstleistungs GmbH, der für die Passagierabfertigung zuständig ist. Hier sei die Staatsanwaltschaft am Zug. Die hatte Ermittlungen eingeleitet und Räume durchsucht, nachdem Ausichtsratschef Salvatore Barbaro (SPD) die Behörde über die Ergebnisse von Wirtschaftsprüfern zu Verträgen mit der SSD informiert hatte. Barbaro betonte am Freitag, noch könne nicht gesagt werden, ob ein wirtschaftlicher Schaden entstanden sei.

Grundsätzlich gehe es darum, dass der Flughafen Umsätze künftig selbst erwirtschafte, die bislang noch an andere flössen. "Wir brauchen das Geld", sagte Barbaro. So solle etwa die Gepäckabfertigung künftig selbst vom Airport übernommen werden. Ob dies auch bei der Passagierabfertigung möglich ist, werde geprüft.

Auch Personalentscheidungen verkündete der Aufsichtsrat: So übernimmt der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Hansgünter Oberrecht den stellvertretenden Vorsitz des Gremiums. Hessen als Anteilseigner ersetzt nach Angaben Barbaros das Aufsichtsratsmitglied Jochen Riebel durch die hessische Finanzstaatssekretärin Bernadette Weyland (CDU).

Dass sich viele Mitarbeiter in Zukunft weniger Schlagzeilen wünschen, zeigt ein Papier mit 177 Unterschriften, das am Freitag dem Aufsichtsrat überreicht wurde. Darin werde eine ehrliche und objektive Aufklärung verlangt, sagte Barbaro. Zudem distanzierten sich die Beschäftigten darin von öffentlichen Vorverurteilungen.

Von: dpa

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