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Vorfeld des Bodensee Airports Friedrichshafen © Flughafen Friedrichshafen

Nachdem sich der Flughafen Friedrichshafen im Februar in ein Schutzschirmverfahren begeben hat, liegt nun ein von der Geschäftsführung und den Gesellschaftern entwickelter Sanierungsplan vor. Dieser soll den Flughafen "mittelfristig stabil" aufstellen, wie der Bodensee-Airport mitteilte.

In einem Pressegespräch teilten die beiden Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr und Alexander Reus zusammen mit dem vom Gericht eingesetzten Sachwalter Alexander Hubl mit, dass sich die Stadt Friedrichshafen und der Bodenseekreis als Hauptgesellschafter in den zuständigen Gremien in den kommenden Wochen mit dem Finanzplan beschäftigen würden.

"Die Buchungszunahmen in anderen europäischen Ländern mit einer bereits höheren Durchimpfung als in Deutschland zeigen, dass sich der Luftverkehr wieder erholen wird. Wir haben bereits früher in schwierigen Zeiten gut gewirtschaftet und operativ positive Ergebnisse erreicht. Wir gehen davon aus, dass wir das auch wieder schaffen werden", zeigte sich Wehr bei der Vorstellung des Plans optimistisch.

Finanzierungsbedarf von rund 44 Millionen Euro bis 2025

Bereits im Herbst 2020 sei in den Gremien der beiden Hauptgesellschafter ein Maßnahmenpaket erörtert und Beschlüsse zur weiteren Finanzierung gefasst worden. Bestandteile waren damals unter anderem der Ausgleich des finanziellen Corona-Schadens in der Zeit des Lockdowns von März bis Juni 2020 in Höhe von insgesamt 1,9 Millionen Euro sowie eine vorübergehende Umstrukturierungshilfe in Höhe von sechs Millionen Euro. Letztere sei bisher noch nicht abgerufen worden.

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Der Finanzbedarf bis 2025 ergibt sich laut Geschäftsführung aus dem operativen Geschäft, den notwendigen Investitionen und den Finanzierungskosten. Im operativen Bereich würden aufgrund Pandemie, die sich laut Planung bis mindestens 2024 in niedrigeren Passagierzahlen niederschlägt, sowie in geringerem Maße durch das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung insgesamt 13,9 Millionen Euro erforderlich. In den nächsten fünf Jahre seien am Flughafen außerdem Investitionen in die Infrastruktur in Höhe von 22,6 Millionen Euro notwendig. Hinzu kommen für die Finanzierung Aufwendungen von insgesamt 7,4 Millionen bis 2025.

"Daraus ergibt sich für die nächsten fünf Jahre ein Finanzbedarf von insgesamt rund 43,8 Millionen oder jährlich rund 8,8 Millionen Euro", so die Betreiber. Spätestens ab 2024 soll das operative Geschäft gemäß den Planungen wieder schwarze Zahlen schreiben, sodass in den Folgejahren nur noch Zuschüsse für Investitionen von jährlich maximal drei Millionen Euro erforderlich sein würden.

Flughafen will Grundstücke verkaufen

Wesentlicher Teil für die Deckung des sollen Finanzzuschüsse sein, in die auch die vorübergehende Umstrukturierungshilfe einfließt. Weiterer Teil des Finanzpakets soll ein Verkauf der Grundstücke des Flughafens an Gesellschafter oder an Unternehmen in deren Umfeld sowie die Rückanmietung durch den Flughafen sein. Die daraus resultierenden Mietkosten sind dann Teil der jährlichen operativen Kosten. Zu dieser Finanzierungsüberlegung würden derzeit noch Gespräche geführt.

Die von der Bundespolitik auf den Weg gebrachte Entlastung der Regionalflughäfen von den Flugsicherungskosten sei eine weitere wichtige Komponente, die möglicherweise den Finanzbedarf in der Zukunft noch reduziert, führte die Geschäftsführung aus.

Der Finanzierungsplan muss dabei beihilferechtlichen Anforderungen der EU-Kommission genügen. "In gemeinsamen Gesprächen mit Fachanwälten und der Kommission haben wir die wesentlichen Eckpunkte der Finanzierung besprochen und können daher davon ausgehen, dass wir deren Zustimmung zu diesem Gesamtpaket auch erreichen können.", so Wehr.

"Wir haben in den letzten Monaten sehr konstruktiv und konzentriert an der Sanierung des Unternehmens gearbeitet. Ich bin überzeugt, dass wir mit allen Maßnahmen das Unternehmen wieder auf eine solide Basis stellen können.“, zeigte sich Alexander Hubl von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz & Partner optimistisch, der als Sachwalter das Insolvenzverfahren begleitet und überwacht.

Das zuständige Insolvenzgericht Ravensburg hat das Insolvenzverfahren am 1. Juni 2021 in Eigenverwaltung eröffnet und für Ende Juli die Gläubigerversammlung terminiert. Formal beendet werde das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nach Zustimmung der Gläubigerversammlung zum Insolvenzplan sowie der EU-Kommission zum Finanzierungsplan. Dies sei spätestens Ende des Jahres zu erwarten, teilte der Flughafen mit.

"Ich bin sicher, dass wir mit dem vorgeschlagenen Maßnahmenpaket den Flughafen in diesen herausfordernden Zeiten finanziell sanieren können“, so Wehr. Die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise hatten zu einer Überschuldung des Flughafens geführt, erklärte der Geschäftsführer die Notwendigkeit des Insolvenzverfahrens in Eigenverantwortung.

Der "Bodensee-Airport" war in den vergangenen Jahren immer wieder von Insolvenzen verschiedener Fluggesellschaften zurückgeworfen worden. Wegen roter Zahlen wurden Investitionen verschoben, die in den kommenden Jahren aber zwingend notwendig werden.

Ein Schutzschirmverfahren ist eine Besonderheit im deutschen Insolvenzrecht. In ein solches hatte sich vergangenen Herbst auch der Flughafen Paderborn begeben und im Frühjahr erfolgreich abschlossen. Das Verfahren kann in Eigenverwaltung durchgeführt werden, es muss rasch ein Sanierungsplan vorgelegt werden. Voraussetzung ist die grundsätzliche Aussicht auf eine Sanierung des Betriebes. Diese sieht das Amtsgericht beim Flughafen Friedrichshafen offenbar als gegeben an.