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Terminal des Flughafen Erfurt © Flughafen Erfurt-Weimar

Der Erfurter Flughafenchef Uwe Kotzan hat den Angaben des Thüringer Rechnungshofpräsidenten Sebastian Dette widersprochen, dass das Bundesland den Airport mit täglich 40.000 Euro bezuschusst. Aus der genannten Summe würden sich Beihilfen in Höhe von 14,6 Millionen Euro im Jahr ergeben. Tatsächlich würden sich die jährlichen Zuschüsse für den Betrieb aktuell aber auf 2,6 Millionen Euro plus 1,3 Millionen Corona-Pandemiehilfe summieren.

Davon würden 1,4 Millionen Euro für hoheitliche Aufgaben wie die Flughafenfeuerwehr und Luftsicherheitskontrollen aufgewendet, so Kotzan gegenüber airliners.de. Die Corona-Krise habe den Airport zwar getroffen, man halte jedoch an dem Plan fest, die Beihilfen kontinuierlich zurückzufahren. "Die Konsolidierung zum Betrieb ohne Betriebskostenzuschüsse war ursprünglich ab 2022 geplant, jetzt ist bei normaler Entwicklung ab 2024 möglich." Dann rechne man wieder mit 300.000 Passagieren jährlich, was dem Niveau von 2018 entsprechen würde.

Rechnungshofpräsident Dette hatte den Flughafen Erfurt zuvor mit der genannten Zahl infrage gestellt: "Das Land kann nicht völlig am Bedarf vorbei jährlich Millionenbeträge als Liquiditätshilfe zahlen - und das mit steigender Tendenz". Es müsste nach wirtschaftlichen Alternativen zum reinen Charterflugverkehr und damit einer sinnvollen Nutzung des Airports gesucht werden, forderte Thüringens oberster Finanzprüfer. "Wenn es keine zusätzliche Nutzung gibt, muss man den Flughafen notfalls stilllegen", sagte Dette. Dann plädiere er für ein "Ende mit Schrecken statt einem finanziellen Schrecken ohne Ende." Der Flughafen sei überdimensioniert und nicht bedarfsgerecht ausgebaut worden sei.

Verkehrsminister Hoff: Perspektive für Arbeitsplätze am Flughafen finden

Thüringens Verkehrsminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) lehnt die vom Rechnungshof vorgeschlagene Stilllegung des Flughafens Erfurt ab. Er teile zwar die Einschätzung, dass der Flughafen in einer schwierigen Situation sei. Es gehe jedoch nicht darum, über eine Stilllegung nachzudenken, sondern darüber, wie die Arbeitsplätze gesichert werden könnten, sagte Hoff am Montag in Erfurt.

Bei dem vom Rechnungshof berechneten Zuschussbedarf von täglich 40.000 Euro gehe es um das Jahr 2019, in das die Insolvenz der Fluggesellschaft Germania falle, sagte Hoff. Hinzu kämen bisher neun Millionen Euro, die jährlich für Kredite gezahlt werden müssten, mit denen der Flughafen ausgebaut worden war. Diese Zahl verringere sich auf fünf Millionen Euro in diesem Jahr. 2024 müssten keine Verbindlichkeiten mehr abgetragen werden. Er finde es schwierig, dass Dette diese Betrachtung nicht angestellt habe, sagte Hoff.

© airliners.de , Andreas Sebayang Lesen Sie auch: Thüringer Koalitionsstreit über Flughafen Erfurt-Weimar

Derzeit gibt es wöchentlich nur einzelne Flüge von Erfurt in Urlaubsregionen, darunter nach Bulgarien, etwas Frachtverkehr sowie Besichtigungstouren für Besucher. Zudem ist Erfurt, dem Fachleute eine gute technische Infrastruktur bescheinigen, einer der größten deutschen Parkplätze für Flugzeuge, die am Boden bleiben müssen.

Bereits 2019 hatte der Airport unter der Insolvenz der Fluggesellschaft Germania gelitten, die bis dato den Großteil des Verkehrs bestritt. 2018 waren mit Germania knapp 186.000 Passagiere ab Erfurt geflogen - bei insgesamt etwa 263.000 Fluggästen in der Thüringer Landeshauptstadt.

Mit einem deutlichen Anstieg der Passagierzahlen sei wegen der Corona-Krise, aber auch wegen des gestiegenen Umweltbewusstseins vieler Menschen nicht zu rechnen, prognostiziert Dette nun. Zudem gebe es Alternativen zu einem Abflug in Erfurt. Der Flughafen Leipzig beispielsweise sei mit dem ICE in etwa 40 Minuten von Erfurt aus erreichbar.

2300 Arbeitsplätze hängen am Flughafen

Dette zufolge hat der Rechnungshof in den vergangenen Jahren immer wieder auf aus seiner Sicht Fehlentwicklungen beim Ausbau des Flughafens in der Landeshauptstadt hingewiesen. Konzepte hätten auf zu optimistischen Prognosen basiert - in den 1990er Jahren sei man sogar von bis zu einer Million Passagieren jährlich ausgegangen. "Gerade teure Infrastruktur muss bedarfsgerecht geplant werden", sagte der Rechnungshofpräsident.

Letztlich habe der Flughaufen-Ausbau einen dreistelligen Millionen-Betrag gekostet. Dette sprach von einem "Prestigeobjekt". Er bezeichnete es als "überholte Kirchturmpolitik, dass jedes Bundesland seinen eigenen Flughafen hat". Hauptgesellschafter der Flughafen GmbH ist das Land Thüringen, die Stadt Erfurt hält einen kleinen Anteil. Als einziger Verkehrsflughafen in Thüringen hat Erfurt den Status eines "internationalen" Flughafens.

© Flughafen Dresden GmbH, Jürgen Lösel Lesen Sie auch: Umweltschützer bezeichnen Regionalflughäfen als überflüssig

Vor einigen Tagen hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Schließung einer Reihe von Regionalflughäfen gefordert, darunter auch die des Erfurters. Das hatte zu einer kontroversen Debatte geführt. Auch die Thüringer Grünen können sich eine Schließung vorstellen, die Oppositionsfraktionen CDU und AfD halten dagegen an dem Airport fest.

Der linke thüringische Verkehrsminister bezeichnete den Flughafen derweil als "wichtige Infrastruktur". Es müsse eine ergebnisoffene Zukunftsdiskussion geführt werden. Nach seinen Angaben gibt es am Flughafen 514 Arbeitsplätze, weitere 1770 seien zumindest indirekt von ihm abhängig. Nach früheren Angaben des Verkehrsministeriums hängen etwa 2300 Arbeitsplätze direkt oder indirekt am Flughafen.

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