Flughafen Düsseldorf: Kötter nimmt nicht an Neuausschreibung teil

Am Flughafen Düsseldorf muss ein neuer Sicherheitsdienstleister gefunden werden. Der bisherige hatte einen laufenden Vertrag aus wirtschaftlichen Gründen genau zur Sommersaison gekündigt. Airlines und Flughafen befürchten Chaos.

Mitabeiterin von Kötter Aviation Security. © Kötter

Die rund 1100 Passagier- und Gepäckkontrolleure am Düsseldorf Flughafen brauchen einen neuen Arbeitgeber. Die Essener Sicherheitsfirma Kötter, die bisher im Auftrag des Bundes die Kontrollen durchführt, zieht sich Ende Mai in Düsseldorf zurück. Kötter werde sich nicht an der Neuausschreibung des Auftrags beteiligen, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Die Prüfung der Ausschreibung habe aber ergeben, dass die Bedingungen das wirtschaftliche Risiko auch weiterhin nicht kalkulierbar machten, heißt es in der Mitteilung. Da Beschaffungsamt will voraussichtlich bis Anfang April 2020 den Zuschlag für den neuen Dienstleister bei den Sicherheitskontrollen erteilen.

Der Geschäftsführende Direktor von Kötter, Peter Lange, erwartet, dass alle Flugsicherheitsassistenten vom künftigen Dienstleister übernommen werden. Jeder aktuelle Beschäftigte sei unabkömmlich. "Der neue Dienstleister wird meiner Meinung nach nicht umhinkommen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rahmen eines Betriebsübergangs zu übernehmen", sagte Lange laut Mitteilung.

Kötter hatte seinen noch bis Ende 2020 laufenden Vertrag mit dem Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums aus wirtschaftlichen Gründen auflösen lassen. Das Unternehmen ließ zunächst offen, ob es sich an der Neuausschreibung beteiligt.

© Kötter Services, Lesen Sie auch: Das sind die Fronten rund um Kötters Düsseldorfer Security-Rückzug Hintergrund

"Die Nachricht von Kötter überrascht nicht", sagte der Geschäftsführer des deutschen Airline-Verbands BDF: "Offenbar ging es dem Unternehmen mit der vorzeitigen Vertragsauflösung zum 31. Mai alleine darum, seine wirtschaftlichen Interessen zu wahren." Es sei bedauerlich, dass sich der Bund als Auftraggeber darauf eingelassen hat, freiwillig dieser vorzeitigen Vertragsauflösung zuzustimmen.

Nun warnen die im Bundesverband der deutschen Fluggesellschaften zusammengeschlossenen Fluggesellschaften vor Problemen beim Übergang mitten in der wichtigsten Hauptreisezeit im Sommer und vor steigenden Gebühren.

Auch der Düsseldorfer Flughafen befürchtet nun neue Probleme im Sommerreiseverkehr. Nach Einschätzung von Airport-Chef Thomas Schnalke drohen bei einem Anbieterwechsel langwierige Staus und Verzögerungen an den Kontrollstellen. "Der in Rede stehende Termin für die Vertragskündigung zum 31.5.2020 ist absolut risikobehaftet. Zu Beginn der stärksten Reisezeit im Jahr und nur wenige Wochen vor Beginn der Sommerferien in NRW müsste der komplexe Übergang der Sicherheitskontrollen auf eine neue Firma organisiert werden. Das ist nicht zu schaffen," sagte Schnalke Ende vergangenen Jahres im Gespräch mit airliners.de. Die Aussicht auf eine abermals schwierige Situation an den Kontrollstellen, die man bereits 2017 erlebt habe, betrachte man "mit großer Sorge."

Von: br, dh mit dpa

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