Flughafen Calden bleibt mehrere Monate ohne Linienflüge

Mit Geschäfts- und Sonderflügen muss der Flughafen Kassel-Calden über den Winter kommen. Nachdem Verhandlungen gescheitert sind, wird es bis in den Frühling keine Linienflüge geben.

Der Check-In-Bereich im Flughafen Kassel-Calden. dpa / Uwe Zucchi
Eine Frau mit Koffer geht auf das Terminal des Flughafens Kassel-Calden zu. © dpa / Uwe Zucchi
Dunkle Wolken hängen über dem Tower des Flughafens Kassel-Calden. dpa / Uwe Zucchi

Am Flughafen Kassel-Calden wird es bis in den Frühling hinein keine Linienflüge mehr geben. Verhandlungen über Flüge nach Ägypten seien gescheitert, und die ab Februar geplanten wöchentlichen Kanaren-Flüge stünden vor dem Aus, berichteten Medien mit Bezug auf Maria Anna Muller, Sprecherin der Geschäftsführung des Flughafens Kassel-Calden. Demnach steht der letzte Linienflug dieses Jahres am 29. Oktober auf dem Programm des nordhessischen Regionalflughafens, erst im April soll es dann wieder weitergehen. In der Zwischenzeit setzt der Flughafen nach Mullers Angaben auf Geschäfts- und Sonderflüge.

Muller erklärte dazu: „Der Flughafen Kassel-Calden wird von Oktober bis April voraussichtlich über fünftausend Flugbewegungen verzeichnen können." Wie sie weiter mitteilte, beziehe der Flughafen seine Existenz und Wertschöpfung insbesondere auch aus den vielen Flugbewegungen der Allgemeinen Luftfahrt. Seit Eröffnung des Flughafens seien erst wenige Monate vergangen und die Entwicklung entspreche der aktuellen Lage in der Luftverkehrswirtschaft.

Der Aufsichtsratschef des Flughafens, Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), hatte Mitte September versichert, die rund 140 Arbeitsplätze an dem Airport seien trotz fehlender Auslastung sicher. "Ich gehe davon aus, dass wir dauerhaft mit der Mannschaft arbeiten", hatte er damals erklärt.

Zum aktuellen Planungsstand für den Sommerflugplan 2014 wollte sich heute eine Flughafensprecherin nicht äußern. Germania hatte sich bereits im August zum Standort Kassel-Calden bekannt und fliegt auch im Sommer 2014 von dort nach Palma de Mallorca. Damit werden nach Angaben der Berliner Fluggesellschaft die Direktflüge auf die Insel im Mittelmeer im nächsten Jahr unverändert fortgeführt.

Der Flughafen steht seit seiner Inbetriebnahme am 4. April vor allem wegen seiner geringen Auslastung in der Kritik. Für das laufende Jahr wird ein Defizit zwischen sechs und sieben Millionen Euro erwartet. Bis Ende August nutzten rund 32.600 Reisende den Airport. Bereits die Baukosten waren ordentlich aus dem Ruder gelaufen. War zunächst von 151 Millionen Euro ausgegangen worden, summierten sie sich schließlich auf rund 271 Millionen Euro.

Von: dpa, airliners.de

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