Flughafen Berlin-Schönefeld soll noch mehrere Jahre am Netz bleiben

Zu viele Menschen fliegen von und nach Berlin. So viele, dass man einen alten Flughafen auch nach dem Start des neuen BER braucht. Das wird wohl teuer - und eine große Aufgabe für den neuen Chef-Kontrolleur.

Der Flughafen in Schönefeld, aufgenommen am 6. Juni 2015. © dpa / Bernd Settnik
In Sichtweite des zukünftigen Hauptstadtflughafens BER wird die Start- und Landebahn des Flughafens Schönefeld saniert. © dpa / Patrick Pleul

Der alte Flughafen Berlin-Schönefeld soll auch nach dem Start des Hauptstadtflughafens noch mehrere Jahre am Netz bleiben. Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) beschloss jetzt ein Sofortprogramm, mit dem der marode Airport auf zusätzliche Flüge vorbereitet werden soll.

Wenn der neue Flughafen wie geplant im zweiten Halbjahr 2017 eröffnet werde, müsse der alte in Schönefeld noch mehr Passagiere aufnehmen als jetzt schon, sagte Flughafenchef Karsten Mühlenfeld. "Wir müssen ihn fit machen, um noch ein paar Jahre am Netz zu bleiben."

Auch durch das verstärkte Engagement von Airlines wie Ryanair, Norwegian und Germanwings sei es nötig, den Flugbetrieb in Schönefeld zu optimieren, teilte die FBB mit. In den kommenden Monaten soll zunächst das Terminal C mit drei Sicherheitskontrollstellen ausgerüstet werden. Ziel: Passagiere, die online eingecheckt haben und ohne Gepäck reisen, sollen schnell zu ihrem Abfluggate gelangen können.

Weitere Maßnahmen sollen 2016 umgesetzt werden

Im Terminal D soll ein zusätzlicher Bereich für Non-Schengen-Passagiere mit entsprechenden Passkontrollen sowie Einkaufsgelegenheiten geschaffen werden, wie es weiter hieß. Auf dem Vorfeld werden zusätzliche Standplätze für Flugzeuge geschaffen. Zudem steht in diesem Jahr die Planung für weitere Maßnahmen an, die erst 2016 umgesetzt werden. Dazu zählen eine Erweiterung der Warteräume im Terminal A und eine verbesserte landseitige Anbindung für Passagiere.

© Köln Bonn Airport, Lesen Sie auch: Ryanair beginnt Angriff auf Air Berlin schon früher

Die Flughafengesellschaft erwartet für 2017 rund 33 Millionen Passagiere. Der neue Hauptstadtflughafen ist aber nur auf 27 Millionen ausgerichtet - schon jetzt haben die Berliner Flughäfen zusammen fast eine Million mehr. Ohne "Schönefeld-Alt" könne die steigende Zahl von Passagieren nicht abgewickelt werden, sagte Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD), der am Freitag einstimmig zum neuen Chef im BER-Aufsichtsrat gewählt wurde.

Das jahrelange Debakel um geplatzte Eröffnungstermine und Planungsfehler am BER war zum großen Teil auch den Politikern im Aufsichtsrat angelastet worden. Müller hatte zunächst gezögert, den Aufsichtsratsvorsitz zu übernehmen.

Nicht in allen Punkten im Plan

Auf der Baustelle werden Mühlenfeld zufolge nicht alle Zeitpläne eingehalten. "Wir sind fast dort, wo wir zu diesem Zeitpunkt sein müssten, wenn das Terminal Ende März fertig sein muss", sagte er. Kritisch bleibe der Brandschutz, wo derzeit etwa die Hälfte der Mängel beseitigt sei.

Exakt im Plan dagegen sei die Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn, die derzeit trotz Schäden nach einem Gewitter zu einem Fünftel fertig sei. Rund 150 Bauarbeiter befestigten gerade Seitenstreifen, frästen die obere Asphaltschicht ab und bauten neuen Asphalt ein. Am 24. Oktober solle die Nordbahn wieder in Betrieb genommen werden.

Auf Jahressicht erneut im Minus

Die langwierigen Arbeiten am Hauptstadtflughafen brockten der Betreibergesellschaft auch im vergangenen Jahr wieder rote Zahlen ein. Trotz steigenden Passagieraufkommens stand unter dem Strich ein Minus von 171 Millionen Euro - nach 181,7 Millionen Euro im Vorjahr. Mit dem Betrieb der alten Flughäfen Tegel und Schönefeld erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 289 Millionen Euro. Die Aviation-Umsatzerlöse lagen bei 198 Millionen Euro - drei Prozent mehr als 2013. Die Umsatzerlöse aus dem Non-Aviation-Bereich stiegen gleichzeitig um 5,4 Prozent auf 49,8 Millionen Euro.

Von: dpa, airliners.de

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