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Flughäfen investieren mehr in ihre IT, um den Erwartungen der Passagiere hinsichtlich von Self Service-Lösungen und deren einfacher Bedienung gerecht zu werden. Das ist das Ergebnis der aktuellen Airport IT Trends Survey, die SITA weltweit in Zusammenarbeit mit dem Airports Council International (ACI) und Airline Business durchgeführt hat. Gemessen am Umsatz stiegen die IT-Investitionen in 2010 auf 4,4 Prozent. Für 2012 erwarten 81 Prozent der Flughäfen, dass ihre IT-Budgets gleich bleiben oder gar steigen. Dabei soll in den nächsten drei Jahren am stärksten in die IT-Infrastruktur und Mobilfunkdienste investiert werden.

Die SITA-Umfrage fand zum achten Mal in Folge statt und untersucht Trends im Bereich der Flughafentechnologie. Sie basiert auf den Antworten von knapp 100 Flughafenbetreibern, die die Einschätzung von 198 Flughäfen repräsentieren. Mehr als zwei Drittel der Befragten zählen zu den 100 umsatzstärksten Flughäfen, die für 43 Prozent des weltweiten Passagierverkehrs verantwortlich sind.

Der Umfrage zufolge ist die Verbesserung des Kundenservice der Hauptgrund für die IT-Investitionen: Immerhin 63 Prozent der Befragten räumten dieser die höchste Priorität ein. Die Verbesserung der Flughafensicherheit ist den Umfrageteilnehmern ebenfalls ein großes Anliegen (53 Prozent). Aus diesem Grund wird verstärkt in neue Technologien wie biometrische Identifizierung investiert. Entsprechende Lösungen haben bereits 28 Prozent der Befragten an ihren Grenzkontrollpunkten implementiert.

Die Senkung der Geschäftskosten hatte dieses Jahr einen vergleichsweise geringen Stellenwert, spielte aber mit 46 Prozent bei den meisten Flughäfen immer noch eine wichtige Rolle. Insgesamt planen im Durchschnitt sechs von zehn Flughäfen hohe Investitionen in die Verbesserung ihrer bestehenden IT-Infrastruktur. Vorrangiges Ziel ist dabei der Einsatz moderner Passagier- und Personallösungen.

Die Flughafen-IT-Ausgaben stiegen 2010 auf 4,4 Prozent des Umsatzes im Vergleich zu 3,6 Prozent im Jahr 2009. Dabei investierten Flughäfen in Asien, im Nahen Osten und in Afrika am meisten in ihre Infrastruktur. Europäische Airports hingegen sind vorsichtiger mit ihren Zukunftsinvestitionen, und die meisten halten ihre IT-Ausgaben stabil. Die globale Aussicht für 2012 fällt positiv aus, denn 81 Prozent der Flughäfen erwarten, dass ihre Budgets gleich bleiben oder wachsen.

„Die Umfrage zeigt uns: Wenn es um IT-Investitionen geht, stehen die Passagiere für die Flughäfen an erster Stelle“, sagt Ilya Gutlin, SITA Vice President Airport Solutions. Er fügt hinzu: „Dabei legen sie besonderes Augenmerk auf die Weiterentwicklung von Mobilfunkdiensten, die den Reisenden die Abwicklung am Flughafen vereinfachen. So lassen sich aktuelle Angaben zu Abfluggates, Fluginformationen und -verspätungen sowie andere wichtige Hinweise auf Smartphones & Co. bereitstellen. Das Reisen wird für die Passagiere immer angenehmer, weil sie dank verschiedener Self Service-Optionen selbstständig einchecken oder das Gepäck aufgeben können. Hinzu kommen moderne E-Gates, die an Flughäfen zügige Kontrollen und schnelleres Boarding erlauben und so das Management der Passagierströme vereinfachen. Alle diese Faktoren tragen zu unserer Vision eines intelligenten Flughafens bei, die darauf abzielt, Warteschlangen zu verkürzen und die Flugreise möglichst angenehm zu gestalten.“

Der Anteil der Self Services für Passagiere steigt stetig: Trotz der ohnehin schon hohen Implementierungszahlen planen 53 Prozent der Flughäfen, die Anzahl von Check-in-Automaten weiter zu erhöhen. Rund 25 Prozent möchten zukünftig Automaten einführen, die zusätzliche Services erlauben: so etwa das Ausdrucken von Kofferanhängern, Flugtransfer, oder das eigenständige Scannen von Dokumenten wie Pässen. Bis 2014 wollen rund 38 Prozent der Umfrageteilnehmer E-Gates für das Self-Boarding implementieren und 42 Prozent planen, darüber die Passkontrollen abzuwickeln (gegenüber derzeitigen neun Prozent). Beides wird dazu beitragen, die Wartezeiten zu verkürzen und Abwicklungsprozesse zu beschleunigen. Mit 51 Prozent möchte rund die Hälfte der Befragten bis 2014 Stellen zur eigenständigen Gepäckaufgabe einrichten.

Die Studie zeigt deutlich: Um mit Passagieren und verschiedenen Öffentlichkeiten kommunizieren zu können, spielen Social Media-Kanäle eine immer größere Rolle. Derartige Plattformen werden insbesondere für die Bearbeitung von Beschwerden oder die Weitergabe von Fluginformationen und aktuellen Sicherheitsmeldungen eingesetzt. Knapp die Hälfte der Studienteilnehmer gab an, bereits Mobilfunkdienste zu nutzen, um Fluginformationen und aktuelle Hinweise an die Passagiere weiterzugeben. Mehr als 80 Prozent planen eine Einführung oder Erweiterung derartiger Dienste bis 2014.

Zudem üben Mobilfunktechnologien großen Einfluss auf die Effizienzsteigerung an Flughäfen aus. Ganze 84 Prozent der Airports investieren in mobile Services für ihre Mitarbeiter. Dazu zählen zum Beispiel die Bereitstellung drahtloser Handscanner für das Gepäckmanagement. Diese setzen bereits 31 Prozent ein, weitere 22 Prozent planen deren Einführung. Hinzu kommen Updates per Fernzugriff zur Weiterleitung von Flug- und Gate-Informationen (26 Prozent nutzen diese Dienste schon, 33 Prozent planen die Einführung) sowie Lösungen für das Rampen- und Flugfeldmanagement, die Zuteilung von Bussen oder die spezielle Unterstützung betreuungsintensiver Passagiere.

Bei der effizienteren Gestaltung der Flughafenabläufe sollen nach Ansicht der Befragten Lösungen zur Überwachung des Passagierflusses helfen. Anhand der gesammelten Daten können Flughäfen Engpässe und Warteschlangen erkennen und Maßnahmen ergreifen, um Staus und Wartezeiten zu reduzieren. Auch dies soll dabei helfen, das Reiseerlebnis der Passagiere zu verbessern. 22 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, den Passagierstrom im Flughafen bereits zu beobachten, 49 Prozent möchten derartige Lösungen bis 2014 einführen. Flughäfen nutzen überwiegend Bordpässe mit 2D-Strichcode, um den Passagierfluss zu scannen (69 Prozent). Für die Zukunft werden auch andere Technologien in Erwägung gezogen, darunter der Einsatz von Bluetooth (59 Prozent), WLAN (56 Prozent) oder Videoanalysen (41 Prozent).

Zusätzlich ist ein Anstieg von Investitionen in Virtualisierung und Cloud Computing zu beobachten. Neun von zehn Flughäfen arbeiten bereits mit Infrastructure-as-a-Service oder planen, dies bis 2014 zu tun. Als Hauptgrund für die Entscheidung zu Gunsten Virtualisierung/Cloud Computing geben sie Kosteneinsparung an (60 Prozent), gefolgt von Effizienzsteigerungen (48 Prozent) und der schnelleren Implementierung neuer Anwendungen (44 Prozent).

Link: Airport IT Trends Survey 2011 executive summary (PDF, Registrierung notwendig)

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