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Flughäfen senden vor Luftverkehrsgipfel erneuten Hilferuf

Ohne staatliche Hilfen drohe vielen Flughäfen in der Corona-Krise der Kollaps, insistiert der Flughafenverband mit Blick auf den bevorstehenden Luftverkehrsgipfel. Ein Hilfspaket müsste her, für eine erste Maßnahme gibt es aus der Politik bereits Zustimmung.

Maschinen am Flughafen Dresden. © Mitteldeutsche Flughafen AG

Die Flughäfen in Deutschland haben ihre Forderung nach staatlichen Corona-Hilfen erneuert. Im Vorfeld des Luftverkehrsgipfels am 6. November im Bundesverkehrsministerium betonte der Flughafenverband ADV die volkswirtschaftliche Bedeutung der Flughäfen. Die Bruttowertschöpfung betrage pro Jahr rund 27 Milliarden Euro.

Die Infrastruktur-Einrichtungen seien unverzichtbarer Wachstumsgeber sowie Garant für gleichwertige Lebensverhältnisse in den Regionen, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Doch die Standorte befänden sich in einer "wirtschaftlichen Sackgasse", so Beisel. "Pandemiebedingt droht vielen Flughäfen ohne Unterstützung durch die öffentliche Hand der Kollaps und somit Risiken für das gesamte Luftfahrtsystem" Auch in den Herbstferien habe es keinen Aufschwung gegeben. Es sei sogar "schlimmer als befürchtet" gekommen, konstatiert der Verband. Das Passagieraufkommen lag demnach lediglich bei 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

"180.000 Arbeitsplätze bedroht"

Für das Gesamtjahr 2020 rechnen die Flughäfen dem ADV zufolge mit einem Einnahmerückgang von 3,6 Milliarden Euro, im kommenden Jahr immer noch mit 2,6 Milliarden Euro. An den Flughafenstandorten drohe einem Viertel der über 180.000 Arbeitsplätze das Aus.

Anders als die Airlines haben die meist im öffentlichen Besitz befindlichen Flughafenbetreiber bislang kaum direkte Corona-Beihilfen erhalten. Im September hat bereits der Flughafen Paderborn-Lippstadt Insolvenz angemeldet. Viele Beschäftigte sind wegen des stark reduzierten Flugbetriebs in Kurzarbeit.

"Was wir brauchen, ist ein politisches Handlungspaket, dass Mobilität im Luftverkehr aufrechterhält", erklärte Beisel. Die hohen Verluste in diesem und im kommenden müssten abgefedert werden. In einem ersten Schritt müssten die Vorhaltekosten von 740 Millionen Euro aus der Zeit des Lockdowns im Frühjahr erstattet werden. Bundesregierung und Bundesrat hatten für diesen Schritt bereits Zustimmung signalisiert.

Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Luftverkehrsgipfel mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Dieser komme "zur rechten Zeit, um den Schaden für Arbeitnehmer und Flughäfen zu begrenzen", erklärte Beisel.

Von: dk mit dpa, afp

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