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Fluggesellschaften sparen 352 Millionen Liter Kerosin ein

Auf 3,8 Liter ist der Durchschnittsverbrauch pro Passagier und 100 Kilometer der BDL-Fluggesellschaften gesunken. Das geht aus dem neuen Energieeffizienz-Report hervor, den der Verband jetzt vorgestellt hat.

Ein Airbus A321-200 der Lufthansa wird 2011 in Hamburg mit Bio-Treibstoff befüllt. © dpa / Markus Scholz

Pro Passagier und 100 Kilometer ist der Durchschnittsverbrauch der BDL-Fluggesellschaften innerhalb eines Jahres von 3,92 auf 3,8 Liter gesunken. Das bedeutet eine Effizienzsteigerung von 3,2 Prozent, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Dienstag mitteilte.

Der jeweilige Verbrauch pro Flug variiert insbesondere entsprechend der Auslastung und der Flugstreckenlänge. So liegt der durchschnittliche Kerosinbedarf auf Kurzstrecken unter 800 Kilometern bei fünf bis sieben Litern, auf Mittelstrecken (800 bis 3.000 Kilometer) bei 2,6 bis 4,3 Litern und auf Langstrecken bei 2,6 bis 3,6 Litern pro 100 Personenkilometer.

„Die deutschen Fluggesellschaften haben es geschafft, innerhalb eines Jahres 352 Millionen Liter Kerosin einzusparen,“ so BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch. Mit dieser eingesparten Kerosinmenge könnten 6,2 Millionen Passagiere auf der Strecke Berlin – Mallorca transportiert werden, rechnete er zur Vorstellung des neuen BDL-Reports Energieeffizienz und Klimaschutz vor.

Die Einsparung bedeutet eine Effizienzsteigerung von 3,2 Prozent. „Die deutsche Luftfahrt ist damit Vorreiter in Sachen Energieeffizienz", so Siegloch. Weltweit hatte sich die Luftfahrt ein Ziel von 1,5 Prozent jährlicher Effizienzsteigerung vorgegeben.

Kerosin ist einer der größten Kostenfaktoren

Ein möglichst geringer Kerosinverbrauch ihrer Flotten liegt im Interesse der Fluggesellschaften: Kerosin ist seit Jahrzehnten einer der größten Kostenfaktoren der Fluggesellschaften. Hierauf entfällt heute bereits etwa ein Drittel der gesamten Aufwendungen im Betrieb einer Fluggesellschaft. In diesem Jahr müssen die Luftverkehrsgesellschaften weltweit voraussichtlich rund 164 Milliarden Euro für ihren Treibstoffbedarf aufbringen, heißt es im BDL-Bericht. Das ist fünf Mal mehr als noch vor zehn Jahren.

Forschung und Entwicklung sind beim Thema Energieeffizienz besonders wichtig. Deshalb investieren Europas Luftfahrtindustrie und die Europäische Union im Rahmen der Technologie-Initiative Clean Sky II zwischen 2014 und 2020 rund 3,6 Milliarden Euro in die Entwicklung neuer Technologien.

Ein Beispiel ist der Einsatz von Biokraftstoffen. Lufthansa hat diese als erste Fluggesellschaft weltweit im regulären Flugbetrieb eingesetzt. Bereits 2011 hat die Airline zwischen Hamburg und Frankfurt knapp 1.200 Flüge mit einem Biokerosingemisch absolviert und dabei rund 1.500 Tonnen CO2 eingespart. Nach BDL-Angaben soll bis 2025 an deutschen Flughäfen zehn Prozent des Flugkraftstoffbedarfs aus alternativen Quellen gedeckt werden.

CO2-Emissionen sind deutlich gesunken

Die CO2-Emissionen auf deutschen Inlandsflügen konnten seit 1990 um 20 Prozent auf 1,84 Millionen Tonnen gesenkt werden. Und das trotz eines innerdeutschen Verkehrswachstums von 63 Prozent, informierte der BDL weiter. Obwohl der Luftverkehr weltweit wächst, konnte der Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen konstant unter drei Prozent gehalten werden.

Bereits bei der Präsentation des ersten Reports vor knapp einem Jahr, hatte der Branchenverband auf positive Entwicklungen hinweisen können. So hatte ein Passagier eines deutschen Flugzeugs 2011 durchschnittlich 3,92 Liter Kerosin auf 100 Kilometer verbraucht. Das war rund ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor und rund 37 Prozent weniger als noch 1991.

Der ausführliche BDL-Report Energieeffizienz und Klimaschutz 2013 informiert unter anderem auch über Branchenziele und -strategien sowie über technische Lösungen für energieeffizientes Fliegen.

Von: airliners.de

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