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Fluggast im Rollstuhl nicht rechtzeitig am Gate - keine Entschädigung

Eine Passagierin nutzt am Airport den Rollstuhlservice und verpasst ihren Flug. Die Airline bucht sie um, sie verlangt aber eine Ausgleichszahlung. Das zuständige Landgericht entscheidet gegen sie.

Rollstuhlfahrer können Reise stornieren, wenn ihnen die gebuchte Beförderungsklasse verwehrt wird. © zeevveez

Ein Fluggast muss rechtzeitig am Gate erscheinen. Verspätet er sich so sehr, dass er den Flug verpasst, steht ihm keine Entschädigung zu. Das gilt auch für einen mobil eingeschränkten Passagier, der einen Rollstuhlservice des Flughafens nutzt. Das entschied das Landgericht Frankfurt (Az.: 2-24 S 110/16), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" berichtet.

In dem verhandelten Fall wollte die mobil eingeschränkte Klägerin mit ihren Eltern von München über Frankfurt nach Vancouver fliegen. Der Zubringer war pünktlich. In Frankfurt nutzte die Familie den Rollstuhlservice des Flughafens. Doch die Zeit reichte nicht, so dass die Familie den Weiterflug verpasste.

Rollstuhlservice sei Sache des Flughafens

Die Airline stellte ihnen ein Hotelzimmer. So konnten sie am nächsten Tag fliegen. Wegen der langen Verspätung verlangte die Klägerin eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht in Höhe von 600 Euro.

Das Landgericht bestätigte jedoch das Urteil der Vorinstanz: Eine Entschädigung sei nur bei Nicht-Beförderung angemessen. Diese liege aber nur vor, wenn die Fluggesellschaft dem Kunden den Einstieg in den Flieger aktiv verweigert. Dies war hier nicht der Fall. Der Rollstuhlservice sei Sache des Flughafens gewesen, nicht der Airline.

© dpa, Marcel Kusch Lesen Sie auch: Fluggesellschaft muss Schalter nicht für verspätete Kunden öffnen

Von: cs, dpa

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