Flugbegleitergewerkschaft Ufo benennt vier weitere Vorstände

Die Ufo nominiert vier neue Vorstände, sodass das Gremium jetzt wieder sieben Mitglieder hat. Damit sieht sich die Gewerkschaft wieder vertretungsberechtigt im Konflikt mit der Lufthansa-Group.

André Schulze, Anja Junck, Michaela Deininger, Jens Berliner (v.l.n.r.) von der Flugbegleitergewerkschaft Ufo © Ufo

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat vier Vorstandsmitglieder nachnominiert, wie aus einem öffentlichen Brief der neuen Vorstände an die Mitglieder hervorgeht. Jens Berliner, Anja Junck und André Schulze von der Lufthansa sowie Michaela Deininger von Eurowings ergänzen die bisher amtierenden Vorstände Sylvia de la Cruz (Vorsitzende), Daniel Flohr (Stellvertretender Vorsitzender) und Julia Trojan.

Damit kommt die Gewerkschaft wieder auf die in Ihrer Satzung angegebenen "bis zu sieben" Vorstandsmitglieder. Im derzeitigen Konflikt mit der Lufthansa dürfte der größere Vorstand allerdings auch weiterhin auf Gegenwehr stoßen. Die Airline hatte Ufo zuletzt aufgefordert, satzungskonform einen komplett neuen Vorstand aufzustellen.

Drei der vier neuen Vorstände wurden neu gewählt, Michaela Deininger wurde hingegen laut Ufo automatisch gesetzt. Die vier Neuen betonen in dem Schreiben, dass sie "voller Tatendrang und Enthusiasmus" seien. Man habe viele Ideen und Projekte. Berliner, Junck, Schulze und Deininger zeigen sich überzeugt, mit Inhalten und Sacharbeit die Kritiker der Ufo wieder von der Gewerkschaft überzeugen zu können.

Streit mit dem Lufthansa-Konzern

Am Freitag hatte das Amtsgericht Darmstadt angekündigt, die nachnominierten Vorstandsmitglieder Daniel Flohr und Julia Trojan wie von der Gewerkschaft gewünscht ins Vereinsregister einzutragen. Der Lufthansa-Konzern hatte den Vorstand allerdings auch weiterhin nicht anerkannt.

Die Flugbegleitergewerkschaft ist dagegen überzeugt, einen funktionsfähigen Vorstand zu haben: "Durch die Eintragung ins Vereinsregister sind die konzernseitig vorgetragenen Zweifel an unserer Vertretungsberechtigung ausgeräumt", so Tarifvorstand Daniel Flohr. Man werde den Konzern zur Wiederaufnahme der Verhandlungen auffordern.

Zwischen der Lufthansa und Ufo finden nach Gewerkschaftsangaben bereits seit acht Monaten keine Gespräche mehr statt. Bei Eurowings, Germanwings und Sunexpress sei zuletzt ebenfalls ein Verhandlungsstopp wegen des Streits um die Vertretungsbefugnis angeordnet worden.

"Der Konzern spielte und spielt auf Zeit, diese Strategie funktioniert jetzt nicht mehr, Lufthansa sollte im Interesse aller wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren", sagte Flohr einer Mitteilung zufolge.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Flugbegleiter stoppen Urabstimmung zu Streiks bei Eurowings

Hintergrund des Konflikts zwischen Ufo und Lufthansa ist ein heftiger Führungsstreit in der Spartengewerkschaft, in dessen Verlauf zahlreiche Mitglieder des Vorstands wie auch des Beirates zurückgetreten sind, darunter der langjährige Gewerkschaftschef Nicoley Baublies.

Es gab gegenseitige Vorwürfe der Untreue und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Die Ufo hat wegen der Zweifel an ihrer Führung eine bereits begonnene Urabstimmung über Streiks des Kabinenpersonals bei Eurowings ausgesetzt.

Von: hr

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