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Streikende der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo). © dpa / Gero Breloer

Die Geduld von Nicoley Baublies ist aufgebraucht. Seit fast zwei Jahren verhandelt der Chef der Gewerkschaft Ufo mit der Lufthansa über eine höhere Vergütung oder die Alters- und Übergangsversorgung für die Flugbegleiter. Jetzt stellt Baublies frustriert fest: Auf die sanfte Tour ist er gescheitert.

Denn während die Piloten der Vereinigung Cockpit (VC) im laufenden Tarifstreit schon 13 Mal die Arbeit niedergelegt haben, setzte Ufo bisher auf eine Lösung am Verhandlungstisch. "Nach zwei Jahren muss man eingestehen, dass das nicht funktioniert hat", räumt Baublies ein.

Lufthansa will Arbeitskampf noch verhindern

Deshalb ist damit jetzt Schluss, kündigt der Ufo-Chef an: Die Flugbegleiter der Lufthansa werden von diesem Freitag an mit ziemlicher Sicherheit streiken. Zumal Baublies schon Mitte Oktober klargestellt hatte: "Das werden keine Pillepalle-Arbeitskämpfe."

Bei dem Streik - der noch unter dem Vorbehalt einer Einigungsfrist bis Donnerstag (17 Uhr) steht - geht es um die Übergangsversorgung des Kabinenpersonals. Nur bei diesem Streitpunkt ist eine Schlichtung bereits gescheitert. Bei allen anderen offenen Tarifverträgen gibt es Unternehmensangaben zufolge eine Vereinbarung, wonach bei Scheitern von Verhandlungen eine Schlichtung angerufen werden kann.

© dpa, Frank Rumpenhorst Lesen Sie auch: Lufthansa-Flugbegleiter wollen eine Woche lang streiken

In diesem Fall würde eine Friedenspflicht gelten, Ufo dürfte nicht zum Streik aufrufen. "Wir werden alles rechtlich Mögliche tun, um einen Streik zu verhindern", sagte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens.

Doch das jüngste Angebot zur Alters- und Übergangsversorgung ist für Ufo inakzeptabel. "Wir haben Versorgungsverträge, die ohne Einbußen für die Mitarbeiter weitergeführt werden müssen", verlangt Baublies.

Das Unternehmen bietet an, dass Flugbegleiter wie bisher mit 55 Jahren ausscheiden können, allerdings mit Abschlägen bei der Übergangsversorgung. Ab 56 Jahren wäre dies dann ohne Abschläge möglich - allerdings nur, wenn der Kapitalmarkt eine Verzinsung des Vorsorgevermögens von 5,5 Prozent erlaubt. "Ich weiß nicht, wie man das hinkriegen kann", so Baublies.

Nicoley Baublies ist Vorsitzender der Flugbegleitergewerkschaft Ufo. Foto: © dpa, Frank Rumpenhorst

Bisher garantiert die Lufthansa die Höhe der Beiträge mit einer Verzinsung von sechs bis sieben Prozent. In dem neuen Konzept ist keine feste Verzinsung vorgesehen, sie soll von der Entwicklung am Kapitalmarkt abhängig sein - das Zinsrisko müssten die Beschäftigten tragen.

Die Lufthansa betont, ihren Flugbegleitern "die beste Versorgung in unserer Branche" zu bieten: "Auch mit den von uns vorgeschlagenen Veränderungen sind sowohl die Übergangsversorgung als auch die Altersversorgung für Flugbegleiter auf einem überdurchschnittlichen Niveau: Sie liegt höher als bei allen anderen Airlines in Deutschland."

Billigmarke Eurowings als Kritikpunkt

Der Arbeitskampf kommt Europas größter Fluggesellschaft ungelegen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr will das Unternehmen fit für die Zukunft machen. Er baut neben der klassischen Premium-Lufthansa eine Billigschiene unter der Marke Eurowings auf, die sowohl im Europa- als auch im Interkontinentalverkehr unterwegs ist.

Der Konzern will die Fluggesellschaften unter dem Dach der Eurowings möglichst tariffrei halten, um Kostennachteile im Vergleich mit den europäischen Wettbewerbern zu verhindern. Das belastet die Tarifverhandlungen. Ufo etwa warnte vor der großen Verlockung, "durch Tarifflucht ins Ausland dem Einfluss der Gewerkschaften zu entkommen".

Viele Tarifbaustellen bei der Lufthansa

Dass die Lufthansa gerade jetzt Kurs auf das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte genommen hat, ruft Baublies auf den Plan: "Wir werden dieses Jahr wohl an die zwei Milliarden Euro verdienen. Der größte Beitrag zum Konzernergebnis kommt aus dem Passagiergeschäft."

Das Angebot an die Kabine und andere Beschäftigungsgruppen müsse daran angepasst werden. Dann wären die Mitarbeiter auch wieder loyal, sagt Baublies: "Gemeinsam, mit diesen Zahlen im Rücken, können wir auch gegen die Ryanairs, die Emirate dieser Welt besser bestehen."

© Lufthansa, Lesen Sie auch: Lufthansa und Piloten reden wieder miteinander

Denn neben den Tarifkonflikten - die Lufthansa verhandelt weiterhin auch mit den Piloten, und für das Bodenpersonal gibt es ebenfalls noch keine Einigung mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi - macht der Gesellschaft vor allem die Konkurrenz zu schaffen.

Das sind einerseits Billigairlines wie Ryanair, die den Wettbewerb aggressiv anheizen. Zum anderen werben expansive arabische Fluggesellschaften wie Emirates, Qatar Airways oder Etihad vor allem auf der lukrativen Langstrecke Kunden ab.

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