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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Wer braucht denn sowas? Schon der Name ist bizarr. „Kiss Mix“ heißt das Zeug in Dosen, und davon sind Dutzende wie in einer Lostrommel rotierend am Messe-Stand der Herstellerfirma aufgestellt. Drin sein sollen Cocktails für den Service im Flugzeug. Aber wer bitte findet ein fertiges Gin-Tonic oder eine vermutlich giftgelb gefärbte Margarita aus der Dose sexy? Cocktails sollen doch was Sinnliches haben, genau wie gutes Essen, aber bei diesem Anblick ergreift mich eher der Fluchtreflex.

Reizende Hostessen wollen mich verführen, meine Visitenkarte in eine echte Lostrommel zu werfen. „Du kannst ein ganzes Sortiment unserer Produkte gewinnen“, locken sie. Es gibt nichts, was ich noch weniger bräuchte. Ich ergreife die Flucht, nur um gleich nebenan bei einer der zahlreichen anderen Firmen zu landen, die auf der Weltmesse für Bordverpflegung in Hamburg letzte Woche ihre mehr oder weniger geschmackvollen Produkte anbieten.

Hier steht ein ganzer Kühlschrank voller Plastikfläschchen, auf denen Früchte abgebildet sind. Angeblich alles naturreine Fruchtsäfte mit Fruchtmark. Ich probiere Mango. Schmeckt lecker. Aber beim Anblick dieser Plastikmengen wird mir trotzdem fast schlecht.

Einen Gang weiter gibt es japanische Reisburger mit Pilzfüllung, jede Menge Pastagerichte, deutsche Laugenbrezeln, eingeschweißte Käseplatten oder endlose Sandwich-Variationen, schließlich unendliche Arten italienischen Knabbergebäcks. Den Passagieren kostengünstig den Magen zu füllen scheint bei den meisten Produkten wichtigstes Anliegen.

Ich verschmähe weitere Spontan-Verkostungen, sondern setze mich lieber an die Bar einer der weltgrößten Catering-Firmen und lasse mir servieren, was die nachts zuvor aus ihrer Produktion bei Frankfurt eingeflogen haben. Alle Achtung. In Sake gedünstete Kalbsbäckchen, in Chilli marinierte Okra-Schoten mit Maisküchlein oder Dulce de Leche-Eis an frischen Beeren, es gibt scheinbar nichts was es nicht gibt für die anspruchsvolle Verköstigung über den Wolken. Je nachdem, wieviel Wert eine Airline auf ihr Catering legt und wieviel Passagiere dafür bereit sind auszugeben.

Wie hat neulich einer der Päpste des Flugcaterings gesagt, der berufsbedingt beleibte Deutsche Hermann Freidanck, oberster Küchenmeister von Singapore Airlines: „Beim Fliegen ist es wie bei einer Hochzeit – die Leute erinnern sich an das Essen.“ Bei den meisten asiatischen Airlines sind das selbst in Economy Class überwiegend positive Gedanken.

Allerdings gab es kürzlich bei mir einen dicken Ausreißer nach unten: Ich war mit Thai Airways unterwegs, die früher auch beim Essen zu den Branchengrößen zählte. Insgesamt sechs einzelne Flüge, nach Thailand und zurück sowie innerhalb Asiens, in Business Class. Die Qualität des Essens war durchgängig ernüchternd. Langweilig, verkocht, uninspiriert. Sogar in der lokalen Bangkok Post las ich Kritik an der Thai-Bordverpflegung.

Mein Lieblingsgericht der Thai-Küche, die ich liebe, ist Pad Thai, ein einfaches Reisnudelgericht. Das stand auf meinem Rückflug Bangkok-München auf dem Menü und ich bestellte es freudig. Der Schock folgte sogleich – und das ist jetzt keine Übertreibung: Auf dem Teller lag eine graue, feste, gummiartige Masse, ungenießbar und vor allem undefinierbar.

Im März, einige Monate später, traf ich den neuen Thai-Vorstandschef Sorajak Kasemsuvan, der mir von seinen Bemühungen erzählte, die Airline auf Vordermann zu bringen, darunter besonders wichtig: Das Essen. Ich erzählte ihm von meinem Pad Thai-Erlebnis. Und was macht der Mann: Er applaudiert so laut, das ich mich fast erschrecke, als ich später das Band abhöre. Ab Juni, so verspricht er mir, soll das Essen besser werden. Daran habe ich ihn letzte Woche in Hamburg erinnert, als ich ihn auf der Messe traf. „Ich tue mein Bestes“, gelobte er, nicht mehr ganz so schwungvoll.

Das Beste zumindest für die Gesundheit ihrer Passagiere tut neuerdings auch die australische Qantas, allerdings nicht ganz freiwillig: Seit sie mit Emirates im Bunde fliegt, führt die Känguru-Route von Australien nach London via Dubai statt zuvor via Singapur. Ein unerwarteter Nebeneffekt: Die für ihre wenig feinsinnigen Frühstücksgewohnheiten bekannten Engländer und Australier müssen morgens jetzt auf „Ham and Eggs“ und „Bacon Omelette“ verzichten, was manchen schwerfallen dürfte. Und sogar das Schnitzel ist aus Rücksicht auf die arabischen Gebräuche plötzlich aus Hühnerfleisch.

Dafür gibt es jetzt geschmortes Lamm mit würzigem Mandelreis. Solche landestypischen, eher einfachen und gut gewürzten Gerichte sind übrigens meine absoluten Favoriten an Bord. Solange ich danach nicht mit Dosen-Cocktail-Plörre anstoßen muss...

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