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Der Flughafen Düsseldorf aus der Luft. © dpa / Wolfram Kastl

Eine gewaltige Feuerwalze frisst sich durch den Ankunftsbereich des Düsseldorfer Flughafens. 17 Menschen sterben, 88 werden verletzt. Die Opfer, darunter ein Kind, verbrennen oder ersticken. Feuerwehrleute finden die Toten in einer VIP-Lounge, auf der Toilette und in zwei Fahrstühlen, mit denen sie ahnungslos von den Parkdecks direkt ins Inferno gefahren waren. Am 11. April 1996 blieben die Uhren des Airports um 16.11 Uhr stehen.

25 Jahre später, am kommenden Sonntag, werden die Fluggäste, Besucher und Mitarbeiter des Airports über eine Durchsage dazu eingeladen, für eine Gedenkminute an die Opfer innezuhalten. Um 15.31 Uhr soll das geschehen, um diese Uhrzeit ging 25 Jahre zuvor der erste Alarm bei der Flughafenfeuerwehr ein.

Ab dann wird der Gedenkraum des Flughafens an diesem Tag den Angehörigen der Opfer zur Verfügung stehen. Die Flughafenseelsorge bietet ihnen Gespräche und Begleitung an. NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (beide CDU) wollen ebenfalls vor Ort sein - abseits der Öffentlichkeit.

Schwerste Brandkatastrophe auf einem deutschen Passagierflughafen

"Dieses tragische Ereignis ist tief im Bewusstsein des Flughafens verankert. Es wird immer Teil unserer Geschichte sein und wir stehen in der Verantwortung, dass es sich nie mehr wiederholt", sagt Flughafengeschäftsführer Michael Hanné.

Das Datum markiert die bislang schwerste Brandkatastrophe auf einem deutschen Passagierflughafen. Mehr als 1000 Rettungskräfte waren vor 25 Jahren im Einsatz. Der Schaden wird später auf rund eine Milliarde D-Mark beziffert - es ist der größte Brandschaden der Nachkriegszeit in Deutschland. Das dioxinverseuchte Zentrum des Flughafens muss abgerissen und neu gebaut werden.

Als das Feuer 1996 nach einigen Stunden gelöscht ist und die Spurensicherung mit ihrer Arbeit beginnt, stoßen die Ermittler auf illegal verbaute brennbare Dämmstoffe, die maßgeblich zum Inferno beigetragen haben.

Verfahren wird eingestellt

Der Strafprozess am Düsseldorfer Landgericht bringt eine Liste von Fehlern und Mängeln ans Licht. 2001 wird das Verfahren ohne Schuldspruch gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt. Die angeklagten Manager, Schweißer, Architekten und Verantwortlichen von Flughafen und Feuerwehr bleiben damit straffrei.

Heute gilt der Airport mit seiner Ankunftshalle aus Glas und Stahl als einer der sichersten der Welt. Mehr als zehn Prozent der Baukosten wurden für den Brandschutz ausgegeben. Tausende Rauchmelder, Sprinklerköpfe und triebwerksgroße Entrauchungsanlagen wurden verbaut.

Vor sechs Jahren, am 24. März 2015, müssen erneut trauernde Angehörige am Airport versorgt werden. Eltern brechen zusammen, die vom Tod ihrer Kinder erfahren. Der Germanwings-Flug 9525 landet nicht wie geplant in Düsseldorf, weil die Maschine in den Westalpen zerschellt ist.

Corona führt zur wirtschaftlichen Krise

Im Jahr 2021 blicken die Mitarbeiter erneut sorgenvoll in die Zukunft, aber das hat mit Bränden und Abstürzen nichts zu tun: Die Corona-Pandemie hat den Airport in die tiefste wirtschaftliche Krise seit der Brandkatastrophe gerissen und ihm 2020 mit über 182 Millionen Euro einen gewaltigen Verlust beschwert. Es ist der erste Verlust seit 1997, als die Brandfolgen die Bilanz in die roten Zahlen zogen.

Die Zahl der Passagiere sank im vergangenen Jahr dramatisch um etwa 74 Prozent. Einsparungen und Stellenabbau sind angekündigt. Erst im Jahr 2025 erwarten die Verantwortlichen eine Rückkehr zum Niveau des Jahres 2019.