FAA rechnet nicht mit schneller Wiederzulassung der 737 Max

Fluggesellschaften müssen wohl noch länger auf die Flugzeuge warten. Die US-Luftfahrtbehörde FAA geht von einer Wiederzulassung der 737 Max bis Ende des Jahres aus. Ein genauer Termin lasse sich noch nicht sagen.

Boeing 737-Max-Flugzeuge von Tui stehen am Flughafen Brüssel-Zaventem © dpa / Frederik Ureel/BELGA

Die US-Luftfahrtbehörde FAA rechnet fest damit, dass sie das Flugverbot für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max noch in diesem Jahr aufheben kann. Die 737 Max werde definitiv vor dem Jahresende wieder fliegen, sagte der FAA-Sicherheitsexperte Ali Bahrami der Nachrichtenagentur Bloomberg in Köln.

Ein genauer Zeitpunkt lasse sich aber nicht nennen, da die sicherheitsrelevanten Veränderungen an dem Flugzeugtyp noch geprüft würden. Die Max ihren Liniendienst erst dann wieder aufnehmen, "wenn wir überzeugt sind, dass sie sicher ist", sagte Bahrami. Im Mai hatte der amtierende FAA-Chef Daniel Elwell den möglichen Zeitraum für das Flugverbot noch weiter gefasst: Sollte es ein Jahr dauern, bis die Behörde alles Nötige habe, um die Flugzeuge wieder fliegen zu lassen, "dann soll es so sein".

Boeing hat nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Updates für die Steuerungssoftware des Flugzeugs abgeschlossen, die möglicherweise für die Abstürze verantwortlich ist. Die FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor die Maschinen wieder starten dürfen. Bahrami zufolge nehmen derzeit Spezialisten die Anpassungen an dem Flugzeug, die Software, die Konstruktion und das Abschneiden in Flugtests unter die Lupe, wie er bei einer gemeinsamen Konferenz der FAA und der europäischen Luftfahrtbehörde Easa sagte.

Besonders die Software MCAS steht im Verdacht, für die Abstürze mitverantwortlich zu sein. Der Bordcomputer soll die Nase der Boeing nach unten gedrückt haben. Die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren. In der Kritik steht auch die Zulassung des Fliegers durch die FAA selbst. An der derzeitigen Überprüfung sind daher auch viele ausländische Behörden wie die Easa beteiligt.

Auch Boeing-Chef Dennis Muilenberg hatte sich Ende Juli in einem Interview skeptisch gezeigt, was eine schnelle Wiederzulassung angeht und spätestens Ende des Jahres als Zeithorizont genannt. Zudem ist noch unklar, wie sich mögliche neue Trainings-Vorgaben für die Piloten auf eine schnelle Wiedereinführung auswirken könnten.

Die Unsicherheiten in Bezug auf die Neuzertifizierung beschäftigt Fluggesellschaften weltweit. Der Chef des Weltluftfahrtverbands Iata, Alexandre de Juniac, hatte wie Wiederzulassung zuletzt bis Ende August erwartet. In Deutschland hofft Tuifly sogar auf Ende Juli hat aber auch schon mögliche Kosten bis Ende September durchgerechnet. Sunexpress rechnet nicht mehr damit, ihre ersten bestellten Boeing 737 Max vor Ende Oktober einsetzen zu können.

Von: dpa-AFX, br

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