airliners.de Logo

FAA kündigt Prüfung aller Boeing 777 mit PW4000-Triebwerken an

Nach einem "Uncontained Engine Failure" bei einer Boeing 777 der United Airlines haben die US-Luftfahrtbehörde FAA und auch das japanische Verkehrsministerium Konsequenzen angekündigt. Airlines nehmen betroffene Jets aus dem Verkehr.

: Rauch steigt aus einem der Triebwerke eines Passagierflugzeuges beim Anflug auf den Internationalen Flughafen in Denver © dpa / Hayden Smith

Die US-Luftfahrtbehörde FAA will nach einem Zwischenfall mit einem PW4000-Triebwerk einer Boeing 777 alle Maschinen mit diesen Triebwerken sofort überprüfen lassen, teilte FAA-Chef Steve Dickson mit und kündigte eine entsprechende Notfall-Richtlinie an. "Dies wird wahrscheinlich bedeuten, dass einige Flugzeuge aus dem Verkehr gezogen werden müssen." Die Zahl der Inspektionen solle erhöht werden.

Boeing teilte mit, man empfehle, den Betrieb der 69 in Betrieb befindlichen und 59 eingelagerten 777-Maschinen mit Pratt & Whitney 4000-112-Triebwerken auszusetzen, während die Untersuchung der unabhängigen US-Verkehrsbehörde NTSB laufe. Derzeit seien 69 der Maschinen in Betrieb und 59 eingelagert. Man unterstütze die Maßnahmen der japanischen Zivilluftfahrtbehörde und der FAA, den Betrieb der Maschinen auszusetzen und arbeite mit ihnen zusammen.

Auch das japanische Verkehrsministerium ordnete vorsorglich ein Flugverbot für mit den betroffenen Triebwerken ausgestattete Flugzeuge im eigenen Land an. Betroffen davon sind 13 Flugzeuge der Fluglinie Japan Airlines (JAL) sowie 19 Maschinen der Linie All Nippon Aiwars (ANA), wie das Ministerium in Tokio bekanntgab.

Ähnliches gilt für Großbritannien. Die Maschinen mit dem Triebwerkstyp dürften den Luftraum des Landes vorerst nicht mehr benutzen, kündigten der britische Verkehrsminister Grant Shapps und die dortige Luftfahrtbehörde CAA am Montag auf dem Nachrichtendienst Twitter an. Britische Fluggesellschaften seien davon aber nicht betroffen.

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA teilte am Montag mit, sie sei in Kontakt mit der FAA. Man habe um weitere Informationen über die Ursache gebeten, um gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen.

United zieht 24 Maschinen aus dem Verkehr

United Airlines teilte mit, freiwillig als sofortige Vorsichtsmaßnahme 24 Boeing 777-Flugzeuge mit Triebwerken der Serie 4000 von Pratt & Whitney aus dem Flugplan herauszunehmen. Es solle sichergestellt werden, dass diese Flugzeuge die strengen Sicherheitsstandards erfüllten und wieder in Betrieb genommen werden könnten. Derzeit habe man 52 dieser Flugzeuge in der Flotte - 24 aktiv und 28 im Lager.

Am Samstag waren infolge eines "Uncontained Engine Failure" große Flugzeugteile unweit von Denver als Trümmer in Wohngebiete gestürzt. Die Boeing 777 von United Airlines (UA) landete mit 241 Menschen an Bord dennoch sicher am Internationalen Flughafen in Denver. Es gab keine Berichte über Verletzte - weder an Bord noch am Boden. Die Maschine war auf dem Weg von Denver in die Hauptstadt von Hawaii, Honolulu. Nach FAA-Angaben war das rechte Triebwerk der Maschine kurz nach dem Start ausgefallen.

Verschiedene Triebwerke an der Boeing 777

Der Großraumjet Boeing 777 wird seit den 1990er Jahren gebaut. Die Käufer hatten sich beim Kauf zwischen drei verschiedenen Antriebstypen entscheiden können. An dem Antrieb von Pratt & Whitney ist auch der Münchner Triebwerksbauer MTU beteiligt. Viele Maschinen der Reihe sind allerdings mit den Konkurrenz-Triebwerken von General Electric oder Rolls-Royce bestückt. Diese sind vom jetzigen Problemen nicht betroffen.

Der Lufthansa-Konzern hat einem Sprecher zufolge bei den Gesellschaften Lufthansa Cargo, Swiss und Austrian ausschließlich Triebwerke von General Electric im Einsatz, die nicht betroffen sind.

Von: br, dpa

Lesen Sie jetzt

"Grüner Neustart" für Luftfahrt rückt in Fokus von Branche und Klimaschützern

Wenn die Klimaschutzziele im Luftverkehr erreicht werden sollen, müsse sich der Staat stärker engagieren, fordern Fluggesellschaften im Angesicht der historischen Krise. "Falsch", sagen Klimaschützer, der Staat müsse viel strengere Vorgaben machen. Ob der Luftverkehr dauerhaft schrumpfen muss, hat viele interessiert.

Lesen Sie mehr über

Behörden, Organisationen FAA Boeing 777 Pratt & Whitney PW4000 Zwischenfälle Verkehr